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Das Katzenwunder von Markscheid

Veröffentlicht von Hans Wurst am

Im Umfeld der Stadt Markscheid häufen sich seit Ende Mai merkwürdige Sichtungen. Nicht etwa Wildschweine im Kreisverkehr oder falsch parkende Lieferwagen – daran wäre man gewöhnt. Nein: Kätzchen. Viele Kätzchen. Und alle sehen gleich aus.

Der Zeitpunkt ist dabei verdächtig präzise. Genau Mitte März verschwand der berühmte Redaktionskater des EDV-Administrators der traditionsreichen Zeitung Markscheid am Mittwoch spurlos aus seinem üblichen Tätigkeitsbereich (Fensterbank, Tastatur, gelegentlich Drucker). Wir alle erinnern uns an die schweren Stunden, Tage und Wochen als dieses Ereignis wie ein dunkler Schatten über der Stadt schwebte und die Gemeinschaft in Trübsal und Wehmut versank.

Fest steht bisher nur:

Der Kater verließ Mitte März das Gelände.

Ab Ende Mai darauf tauchten im Umkreis von Markscheid überraschend viele Kätzchen auf.

Alle sehen exakt so aus wie er.

Ein Spaziergänger berichtete:

„Ich sah zuerst eins am Weg. Dann zwei. Dann fünf.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, der gleiche Kater verfolgt mich in verschiedenen Größen.“

Eine Anwohnerin erklärte hingegen:

„Das sind eindeutig Mini-Versionen. Man erkennt sofort den typischen Gesichtsausdruck – so, als würde das Tier gleichzeitig über dich urteilen und den Redaktionsschluss planen.“

Also irgendwie lieb sind sie ja

Die Bevölkerung hat bereits mehrere Erklärungsmodelle entwickelt:

1. Das Frühjahrs-Expansionsprogramm

Der Kater habe beschlossen, sein genetisches Material strategisch über die Region zu verteilen – eine Art biologische Auflagensteigerung.

2. Der „Markscheider-Klon-Effekt“

Durch unbekannte geologische Kräfte habe sich der Kater mehrfach repliziert.

Aus dem Rathaus heißt es:

„Wir beobachten die Lage. Sollte die Zahl der identisch aussehenden Kätzchen weiter steigen, prüfen wir eine kommunale Kategorie ‚Redaktionskatzen mittlerer Größe‘.“

Der ursprüngliche Kater galt bisher als verhaltensunauffällig und hat sich auch nach seiner Rückkehr nicht zu den im Raum stehenden Vorwürfen geäußert. Der die damalige Kastration durchführende Veterinärarzt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Herr Parasit erklärte „Wenn der Kater noch einmal entläuft, wird es schwierig, ihn zu identifizieren. Momentan sitzen alleine hier etwa zwölf identische Kandidaten auf der Tastatur.“

Die Situation bleibt also dynamisch.