Gefüllte Sicherheit

Veröffentlicht von Phacops am

Neues aus dem Ministerium für Markscheids Innereien:
Wie Staatssekretärin Gunthilde Wurmlinger-Braeburn verlautbarte, haben die medialen Empörungsstürme inzwischen auch beim Ministerium für Innereien Gehör gefunden. Nach diversen Vorfällen, in denen harmlose Bürger Opfer des Bösen Blicks sowie des rücksichtslosen Drängelns im Kassenbereich des örtlichen Discounters wurden, die in massiven gefühlten Schädigungen von Leib und Leben resultierten, wurde ein Maßnahmenkatalog erarbeitet.
Basis bildet hierbei der massive Anstieg an gefühlter Bedrohung, die nur noch mit der Hysterie im Zusammenhang mit der Braesius-Sommer-Bande zu vergleichen ist. War es damals die Blaue-Armee-Fraktion, die von der Bewegung Starkbieranstich des berüchtigten Hans Wurst abgelöst wurde, so entschloss man sich jetzt dem zeitnah entgegen zu treten.
Einer gefühlten Bedrohung kann man aber doch nur mit einer gefühlten Sicherheit begegnen.
In Markscheid werden von heute an deshalb unbewaffnete Polizeikräfte auf Segways patrouillieren. Das Abschreckungspotenzial entspricht dabei dem von kurzhosigen Ordnungshütern auf Mountainbikes.
Wie unter der Hand verlautbart, wird es auch Zivilbeamte auf Rollern geben. E-Skooter sind noch in der Erprobungsphase, stellen sie doch eine gewisse Gefahr auf den Gehwegen dar.
Als Gerücht stellte sich leider heraus, dass sich Politessen auf dem Bitchvolleyballfeld körperlich betätigen, um potenzielle Attentäter abzulenken.
Jedem unserer Bürger und Steuerzahler wird so die Illusion einer sicheren Gemeinde Markscheid vermittelt. Sicherlich werden sie deswegen auch die entsprechenden Kosten mit Freunden tragen, regen doch gerade diese Illusionen wie Kino, Fernsehen, Bücher, Internet sowie unsere Demokratie dazu an, viel Geld auszugeben.

Opa Otto von der Markscheider Security-Truppe entgeht nichts und niemand

Reale Sicherheiten, so Staatssekretärin Gunthilde Wurmlinger-Braeburn, sind den Bürgern nicht vermittelbar. Wer braucht denn schon eine sichere Rente, sonstige Versorgungssicherheiten sowie Krankenhäuser ohne multiresistente Keime? Dafür geht noch niemand auf die Straße! Diejenigen, die auf solche Kleinigkeiten wert legen, arbeiten bei uns im Staatsdienst und achten auf die Einhaltung des Vierstundentags.

Sprachs, verabschiedete sich und machte sich auf den Nachhauseweg.
Im Übrigen weise sie darauf hin, dass es auch in Markscheids Brauereiszene keine gefüllten Sicherheiten gebe.
*plopp*