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Deutsche Bahn: Modelleisenbahner übernehmen das Steuer!

Veröffentlicht von Hans Wurst am

Berlin (dpoi) – In einem mutigen, ja geradezu revolutionären Schritt hat der Vorstand der Deutschen Bahn angekündigt, künftig auf klassische Unternehmensberater zu verzichten. Stattdessen soll externer Sachverstand aus einer bislang unterschätzten Elite kommen: Deutschen Modelleisenbahner-Clubs.

„Wir brauchen Menschen, die seit Jahrzehnten wissen, was ein funktionierender Fahrplan ist“, erklärte ein Bahnsprecher. „Und vor allem solche, bei denen ein Zugausfall emotionalen Schmerz verursacht.“

Die Auswahl der Experten erfolgt streng: Voraussetzung sind mindestens drei selbstgebaute Tunnel, ein vollständig verkabelter Schattenbahnhof und die Fähigkeit, Verspätungen unter 30 Sekunden als „inakzeptabel“ zu bezeichnen. Wer schon einmal einen Wackelkontakt im Stellpult binnen fünf Minuten lokalisiert hat, wird bei der Vergabe der Beratungsverträge bevorzugt.

Endlich mal mit Profis arbeiten

Erste Pilotprojekte laufen bereits vielversprechend. In einem Testbetrieb in Nordrhein-Westfalen wurde ein kompletter Regionalverkehr auf DIN-genaue Gleispläne, handbeschriftete Schaltkästen und einen Vereinsvorsitzenden namens „Horst“ umgestellt. Ergebnis: 100 % Pünktlichkeit – allerdings nur, solange niemand an die Anlage stößt.

Auch der Infrastrukturausbau soll profitieren. Während frühere Großprojekte an Genehmigungen, Kostenexplosionen und Gutachten scheiterten, planen die Modellbahner pragmatisch: „Erst legen wir die Schienen, dann reden wir drüber.“ Tunnel werden grundsätzlich vor dem Landschaftsbau fertiggestellt – ein Konzept, das im Bahnkonzern als radikal gilt.

Kritik kommt erwartungsgemäß von ehemaligen Beratern. Man könne komplexe Systeme nicht mit „Liebe zum Detail und gesunder Menschenlogik“ lösen, heißt es. Der Bahnvorstand zeigt sich davon unbeeindruckt und verweist auf die Kernkompetenz der neuen Experten: Züge fahren lassen – und zwar alle.

Ein Sprecher fasste den Strategiewechsel zusammen:

„Wenn jemand im Keller auf drei Quadratmetern ein stabiles Schienennetz betreiben kann, sollte er auch 33.000 Kilometer schaffen.“