Die Bewegungsmaut
Pünktlich zum Jahresbeginn hat sich die europäische Kommission für ökologische Fortbewegung (EKföFB) zu einer neuen Regulierungsmassnahme entschlossen. Ab 2027 soll eine so genannte Bewegungsmaut eingeführt werden. Die Überlegung dahinter ist, dass jede Bewegung Energie benötigt, unnötige Reibung, Abrieb und CO2 erzeugt und letztlich dem Erreichen des Klimaziels, also einer völlig CO2-freien Welt widerspricht. Ausserdem: je weniger Bewegung, desto kürzer die Lebenserwartung der Untertanen, auch hier ergibt sich eine Reduktion der CO2-Produktion.
Konkret: künftig sollen alle Bewegungsarten, ob geflogene, gefahrene, gefussgängerte oder geschwommene Distanzen, die mit Vorsatz zurückgelegt werden, mit einer Bewegungsmaut besteuert werden. Ausgenommen von dieser neuen Steuer sind wie immer die Funktionärenden der EU-Kommissionen; eine erweiterte Entlastung wird auch für Parlamentierende fast aller Schattierungen erwogen. Schliesslich bewirken diese Personen nur Gutes im Kampf gegen die Klimakatastrophe. (Ausser natürlich die Mitglieder der AfD, dem Front national, der FPÖ, Ungarn und ähnlichen Konglomeraten rechtsextremen Gedankenguts, die sollen sich ruhig bewegen, am besten möglichst weit weg, so die Meinung der Kommissionsjuristen). Die Reise zu einer Klimakonferenz per Privatjet ist verständlicherweise auch von dieser Maut ausgenommen, weil das Ziel etwas Gutes ist.

Solche grässlichen Bilder ziellosen Schlendrians und unnötiger CO2-Produktion werden wir künftig hoffentlich nicht mehr sehen!
Auch gewisse Sportarten sollen von dieser Maut befreit werden, da zum Beispiel beim Fussball, das nach dem altrömischen Brot-und-Spiele-Gedanken ein hohes Volksrebellionsverhinderungspotenzial aufweist, weiterhin darauf geschaut werden soll, dass die Spieler möglichst viele Kilometer zurücklegen können. Ansonsten ein Fussballspiel eine eher triste Angelegenheit werden würde. Strenger ist man aber bei allen Laufsportarten, so sollen künftige Marathons , da sind wir uns einig: eine völlig sinnlose, unnütze Sportart, sogar extra besteuert und die Laufsportarten die im Kreise herum praktiziert werden, wie Staffelläufe, 1000 m Läufe oder auch kurze Streckensprints sind grundsätzlich unnötig, Sie haben nur Co2-Produktion, Gummiabrieb und innerorganische Milchsäureproduktion zur Folge, ausserdem weisen sie nur sehr geringes Revolutionsverhinderungspotenzial auf. Es ist überdies nicht im Sinne Brüssels, wenn die Untertanen sich darin üben, fortzurennen! Hier wird sogar ein Verbot erwogen. Die 248 Juristen, der Brüsseler Kommission für ökologische Fortbewegung arbeiten bereits an einer Gesetzesänderung, die dem Vernehmen nach sehr ausführlich und ausgeklügelt werden wird; das vier- bis fünfbändige Werk -insgesamt circa 25’000 Seiten- jeder Fortbewegungsart wird ein eigener Band gewidmet, soll fast schon druckfertig sein. Wie künftig Fortbewegungen erfasst werden sollen, was für die Berechnung der Maut nicht unerheblich ist, wird noch geprüft. Aber wir sind zuversichtlich, dass eine elegante, unbürokratische Lösung gefunden wird. Wie immer.
