Nach erneutem Bombenfund in Dresden: Britischer Bombenhersteller reformiert Qualitätssicherung
London/Dresden (dpoi) – Nach dem erneuten Fund eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg in Dresden hat ein traditionsreicher britischer Bombenhersteller jetzt Konsequenzen gezogen. Wie das Unternehmen mitteilte, werde die interne Qualitätssicherung „grundlegend neu strukturiert“, um künftig sicherzustellen, dass Bomben „zuverlässig und vollständig explodieren“.
„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die durch vereinzelte Funktionsausfälle unserer Produkte entstanden sind“, erklärte ein Sprecher. Man arbeite bereits an einem neuen Prüfverfahren, bei dem jede Bombe vor der Auslieferung einem strengen „Boom-Test“ unterzogen werde. Ziel sei eine „Explosionsquote von 100 Prozent“.

In Dresden gibt es immer was zu tun
Auch die Dokumentation historischer Produktionsprozesse werde überprüft. „Offenbar gab es damals vereinzelt Probleme im Qualitätsmanagement“, räumte der Sprecher ein. „Ein Blindgänger ist aus Herstellersicht schlicht ein unzufriedener Kunde.“

Britische Waffenproduktionshalle 1944
In Dresden reagierte man mit vorsichtigem Optimismus. „Es ist gut zu sehen, dass sich die Branche endlich ihrer Verantwortung stellt“, sagte ein Sprecher der Kampfmittelräumdienste. „Vielleicht müssen wir dann in 80 Jahren nicht mehr jedes zweite Wochenende ein ganzes Stadtviertel evakuieren.“