Teil 2: Sly Winter erschüttert die Bundesrepublik Deutschland
LINDAU / SIEBENGEBIRGE (dpoi) – Es ist passiert. Trotz der historischen Selbstaufgabe Baden-Württembergs und dem Verkauf des „Ländles“ an die Eidgenossenschaft für 300 Franken, hat sie es geschafft: Sly Winter hat die Grenze überschritten.
Die Schweizer Grenzwache am neuen Übergang Lindau ist am Boden zerstört. Wie konnte sie durchschlüpfen? Berichten zufolge war es ein diplomatisches Husarenstück der Vorarlberger Behörden, die Sly so dringend loswerden wollten, dass sie sie kurzerhand als „österreichisches Kulturgut“ deklarierten. In einer gepolsterten Holzkiste mit der Aufschrift „Vorsicht: Zerbrechliche Requisiten der Bregenzer Festspiele – Nicht öffnen!“ wurde sie in einem offiziellen Amtshilfe-Transporter über die Grenze geschmuggelt. Die Beamten in Lindau, die keine Lust auf den bürokratischen Papierkrieg hatten, winkten den Wagen einfach durch.

Sly auf Wanderschaft
Ihr Weg nach Norden war ein Meisterstück der Tarnung. Sie nutzte die Panik-Kampagne in NRW, bei der Millionen Menschen aus dem Ruhrgebiet nach Köln und Düsseldorf gepresst wurden, um die Infrastruktur kollabieren zu lassen. In diesem gigantischen Menschenknäuel, in dem niemand mehr weiß, wer neben ihm im Stau steht, fiel Sly überhaupt nicht auf.
Nun hockt sie im Siebengebirge, versteckt zwischen den Burgruinen, und treibt die lokalen Winzer in den Wahnsinn.
Sly hat bereits begonnen, das Ökosystem umzugestalten. Sie wurde dabei erwischt, wie sie mit einer Sprühpistole die weißen Riesling-Trauben der Region in ein sattes Bordeaux-Rot umfärbte. Ihr Kommentar dazu: „Weißwein ist was für Leute, die Angst vor Flecken auf dem Teppich haben. Ich brauche Drama im Glas!“

Sly ist gewitzt
Die Behörden sind verzweifelt. Da eine gewaltsame Räumung der Ruinen zu „unschönen Bildern“ führen könnte, versucht man es nun mit einer psychologischen List. Überall auf den Wanderwegen rund um Königswinter haben verdeckte Ermittler kleine Schalen mit Käsewürfeln aufgestellt – garniert mit kleinen Fähnchen, die den Weg zurück nach Österreich weisen. Man hofft, wenn man sie nur weit genug mit Vorarlberger Bergkäse lockt, spaziert sie aus Versehen zurück ins Alpen-Asyl.
Doch letzte Nacht fand man eine der Fallen leer vor. Daneben lag ein Zettel:
„Netter Versuch, Jungs! Der Käse ist okay, aber dazu fehlt eindeutig ein Glas Rotwein. Schickt mal einen Sommelier hoch, dann überleg ich mir das mit dem Exil vielleicht zum nächsten Winter.“
Die Bundesrepublik hält den Atem an. Sly Winter ist nicht nur zurück, sie hat sich tatsächlich häuslich eingerichtet.