Das Bürgerbüro informiert

Veröffentlicht von El Blindo am

Neue Behindertenbeauftragte der Stadt

Seit Jahresanfang ist Frau Renate Sawatzki-Leer Behindertenbeauftragte der Stadt Markscheid. Sie kann im Bürgerbüro jeden Montag und Mittwoch zwischen 10.00 Uhr und 10.15 Uhr als Ansprechpartner für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen und deren Angehörige erreicht werden (Telefonnummer wird nur nach schriftlicher Eingabe herausgegeben). Wir möchten Frau Sawatzki-Leer Gelegenheit geben, ihre Arbeit kurz vorzustellen:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

als Behindertenbeauftragte ist es meine Aufgabe, einen gesellschaftlichen Ausgleich herzustellen zwischen den berechtigten Anliegen der überwältigenden Mehrheit der gesunden Bürgerinnen und Bürger und der kleinen Minderheit derjenigen, für die dies eben nicht gilt.

Zunächst muß ich überzogene Erwartungen leider ausbremsen. Die Stadt kann keine Hilfe geben, sie braucht selbst Hilfe. Es ist daher angedacht, in naher Zukunft Arbeitsbrigaden zu bilden, die sich aus Hartz V-Empfängern, Sozialrentnern und Behinderten anteilig nach sozialverträglichem Quotenschlüssel zusammensetzen. Sie werden unsere öffentlichen Parkanlagen und Gebäude in Schuß halten. Integration beginnt bei diesen kleinen Dingen, und soll bald schon alle Bereiche unserer Stadt durchdringen.

Mein besonderes Augenmerk wird dem Ausbau der städtischen Behindertenwerkstätten im Markwandelgraben 18 und 19 liegen. Die bisherige Geschäftsbilanz unserer dortigen Kugelschreiber- und Büroklammernproduktion ist zwar positiv, kann aber durch den verstärkten Einsatz von Akkordschichten sicherlich noch gesteigert werden. Die behelfsmäßige Installation von Stacheldrahtsperren rund um das Gelände darf jedenfalls jetzt schon als Erfolg gewertet werden. Sobald die Selbstschussanlagen des ehemaligen VEB Knall und Fall in betrieb genommen sind, werden sich die Fehlzeiten noch einmal minimieren.

Ein Herzensanliegen sind mir bei meiner Arbeit immer die Menschen mit starker geistiger Beeinträchtigung gewesen. Auf den ersten Blick mag ihr gesellschaftlicher Nutzen zwar überschaubar sein, aber auch sie sind, an der richtigen Stelle der Produktionskette etabliert, oft flexibel einsetzbar und ein geringer Kostenfaktor. Zudem ist die Anzahl der Streiktage sowie des ungerechtfertigten Widerspruchs gering.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wenn auch sie einen Behinderten kennen, der bisher ausgegrenzt wurde und keiner geregelten Tätigkeit nachgegangen ist, dann scheuen sie sich bitte nicht, ruhig einmal auf mich zuzugehen und über eine Lösung mit mir zu diskutieren. Dafür bin ich ja da.

Ihre,

Renate Sawatzki-Leer

Behindertenbeauftragte

 

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