Fleischwucher?
Mir fielen gleich mehrere Titel von Büchern oder Filmen wieder ein, als ich am Mittwoch von einer Hautärztin einer zwar geringfügigen, aber trotzdem vorhandenen Portion meiner Körpersubstanz beraubt wurde. Das waren „Wer stiehlt schon Unterschenkel“ von Herrn Prokop und „Fleisch“, ein Thriller von einem Regisseur namens Erler.
Der erstere Titel enthält Kurzgeschichten über einen Detektiv und seine Fälle in „naher Zukunft“, und der zweite dreht sich um Organ- und Körperteilhandel auf irgendwelchen imaginären Schwarzmärkten. Bei mir war es zwar der Oberschenkel, und mit meinen Proben kann man sicherlich nicht reich werden, aber sei’s drum. Mit einem Skalpell „popelte“ eine sicherlich von der Ärztekammer zugelassene Hautärztin hinter meinem Rücken eine Probe aus meinem linken Oberschenkel. Sie wollte sie an ein Labor schicken, weil der Verdacht bestand, es sei weißer Hautkrebs, der dort seine Blüten dem Tageslicht entgegenwachsen ließ.

Kann man eigentlich immer brauchen: Skalpell
Ich kann nur hoffen, dass selbige Untersuchungsstätte nicht irgendwo in den Emiraten oder den USA liegt und meine Substanzen irgendwelchen finanzstarken Großkopferten zugutekommen – also Reichen, die zudem auch noch was zu sagen haben, wenn es auch inhaltlich recht dürftig sein mag. Da ist es doch wohl logisch, dass ich mir gewisse Gedanken mache, oder etwa nicht?
Geschickterweise lag die Extraktionsstelle an meinem linken Bein so, dass ich beim Besuch der Sanitärkeramik für größere Geschäfte immer auf der vernähten Entnahmestelle zu sitzen kam. Das ist nicht nur unangenehm, sondern tut zu allem Überfluss auch noch weh. Man sollte also kein umfangreiches Werk mit auf die Schüssel nehmen. Klar, da tröstet es schon etwas, dass man drei Tage nach der OP nicht duschen darf (Stichwort: Energieeinsparung) und danach vorerst nur mit Duschpflaster hantieren darf, bis die Fäden gezogen werden. Sport soll man, wenn überhaupt, nur sehr gedämpft betreiben und es vermeiden, zu lange in der Gegend herumzustehen bzw. zu laufen. Das kommt zum einen meinem inneren Schweinehund sehr entgegen und meinem Naturell sowieso.