Neue Rathausnebenstelle nimmt ihre Arbeit in Bunkeranlage auf

Veröffentlicht von El Blindo am

Etwas versteckt mitten im Fickwalder Forst befindet sich die alte Bunkeranlage „Flunderbau 27″. Ab sofort residiert dort eine Nebenstelle des Rathauses. Wir sprachen mit Amtsleiter Werner Schuller über das Thema:

MamM: Herr Schuller, dieser Tage hat eine neue Nebenstelle des Rathauses ihre Arbeit aufgenommen. Wieso wurde als Standort ausgerechnet ein alter Bunker gewählt?

Amtsleiter Schuller: Zunächst einmal möchte ich betonen, daß die Standortwahl natürlich nichts mit dem aktuellen Konflikt zwischen den USA und Nordkorea zu tun hat. So etwas wäre ja völlig verrückt (lacht laut; Anmerkung der Redaktion). Nein, das Rathaus ist ja schon etwas beengt, und die Verwaltung hat daher die Auslagerung einiger Abteilungen beschlossen. Unter anderem werden zukünftig Stadtratssitzungen in der neuen Nebenstelle stattfinden und auch die Frau Bürgermeisterin hat ihr Zweitbüro bereits ins dritte Untergeschoss der Anlage verlegt.

MamM: Was hat es denn mit den Paletten haltbarer Lebensmittel, sowie klassischer EPAs auf sich, die nach Angaben von mehreren Bürgern in der letzten Zeit in den Bunker verschafft wurden?

Amtsleiter Schuller: Ich kann sie wirklich beruhigen, sie dienen nicht, wie fälschlicherweise behauptet wird, der Versorgung in einem V-Fall. Wir haben derzeit noch keine Kantine installiert und auch der Service durch eine bekannte Pizzeria ist noch in Vorbereitung. So wollen wir den städtischen Bediensteten die Möglichkeit geben, sich preiswert und gesund zu ernähren.

MamM: Fürchten Sie nicht, dass es für Bürger hinkünftig schwieriger wird, ihre Ansprechpartner in der Regionalverwaltung überhaupt zu finden?

Amtsleiter Schuller: Nein, überhaupt nicht. Jeder alte Markscheider kennt doch die Bunkeranlage im Fickwalder Forst. Mit der markanten Kanone im Eingangsbereich ist die ja auch kaum zu übersehen, wenn man einmal davor steht. Schwierig mit dem Auffinden könnte es da höchstens für Touristen werden, zum Beispiel für solche aus Nordkorea.

Heimelige Arbeitsumgebung im Flunderbau 27

MamM: Ist so ein Bunker nicht eine furchtbar deprimierende Arbeitsumgebung?

Amtsleiter Schuller: Keineswegs. Die durchschnittlich zwei Meter dicken Betonwände schaffen ein Gefühl behaglicher Sicherheit, auf das viele Mitarbeiter in diesen Zeiten sicher schon bald nicht mehr verzichten wollen. Und wenn der Bunkerkoller droht, dann kann man ja mal schnell hoch an die Oberfläche gehen, um im Fickwalder Forst eine Zigarette zu rauchen. Ausstempeln nicht vergessen, liebe Mitarbeiter! (lacht abgedreht; Anmerkung der Redaktion.)

MamM: Herr Schuller, besteht nicht die Gefahr, daß der Stadtverwaltung jetzt eine Tendenz hin zur Militarisierung der Kommunalpolitik nachgesagt wird?

Amtsleiter Schuller: Alles Quatsch, Solda … ähhh … Herr Journalist. Wir haben extra rund um das Objekt Schilder angebracht, die die Anlage ausdrücklich als zivile Behörde ausweisen. In deutsch und in koreanisch.

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