2018 – Ein Nachruf und eine Vorschau

Veröffentlicht von Ambros Braesius am

Man soll ja Vergangenem nicht nachrufen, außer man liebt Echos, Wiedergänger, Nachzehrer und andere Geister der Vergangenheit. Aber wir tun es trotzdem.

Zuerst das Erfreuliche: Markscheid am Mittwoch wurde ein Jahr alt! Trotz Schlägereien, Tobsuchtsanfällen und massiven Sachbeschädigungen in den Redaktionsräumen der immer emsig und nachhaltig (unser Lieblingswort 2018!) recherchierenden Redaktionäre und Redaktionärrinnen gibts MamM immer noch! Die Bilanz der redaktionellen Diskussionen: 3 zertrümmerte Kaffeemaschinen, 2 Fensterscheiben, eine aus der Verankerung gerissene Garderobe, 5 zertretene Mülleimer, 7 Blutergüsse, die meisten im Gesichtsbereich (von Dr. Scheider sofort fachgerecht amputiert, kauterisiert und repariert), 12 zerbröselte Tastaturen und 16 Bildschirme und, last but not least, das in der Mikrowelle in Flammen aufgegangene Redaktionsmaskottchen: der vergammelte Teddybär Don Mozzarello mit dem Pizzahut. Kriminaloberwachtmeister Knöllenbeck ermittelt noch; allerdings kann er sich nicht entscheiden, ob es sich bei diesem Delikt um einen Unfall, eine Tierquälerei oder um politisch motivierte Denkmalsbeschädigung handelt. 

Wir machen das Beste draus und gehen zum noch Schrecklicheren über, wie es sich für Markscheid gehört:

Leider gab es einige Verluste zu verzeichnen: Etwa 9 Kommentateusen und Kommentarier haben 2018 das Zeitliche gesegnet, wie der Pastor immer so nett sagt. Über die Neuzugänge, die sich eingeschlichen haben, reden wir später und hoffen, dass sie noch viel zu reden geben werden.

Neun Mitstreiterinnen und Mitstreiterer haben sich aus dem Staub gemacht: Unsere Schwundanalyse hat vielfältige, mögliche Ursachen ergeben:

Wir wissen nicht, wurden die Verblichenen von Aliens vaporisiert, haben sie sich zu Tode gesoffen, haben sie sich im Keller beim Experimentieren in die Luft gesprengt oder wurden sie von bösartigen Schwiegermüttern  hinterrücks vergiftet. Auch der Adventszeitblues hat  schon mehr als einen das Weite suchen lassen. Einer wurde gar von einer Jehovas Zeugin eingemeindet und weggeheiratet und musste schwören, nie mehr Artikel zu schreiben, oder irgendwelche Kommentare abzusondern. Wir werden sehen, wie lange es dauert, bis dieser Schwur gebrochen wird (*wohlwollendes redaktionelles Grinsen*).

Bewusstes Wegschleichen wurde beobachtet, einen türeschlagenden, dramatischen Abgang mit Gezeter mussten wir ertragen, wie auch eine vorübergehend erfolgreiche Markscheidentzugstherapie, wobei hier anzumerken ist, dass diese Glücklichen sicher wieder zurück kommen werden. Sie können nicht anders. Vielleicht kommen sie dereinst mit einem Toupet, mit einem Facelifting, einem Tauschhirn, oder sogar mit neuer Identität und Engelsflügeln; alles schon vorgekommen.

Also. Etwa Neun sind nicht mehr da. Sie werden uns fehlen. Wir bitten, von Blumenspenden abzusehen und dafür am Grab des unbekannten Kommentators auf dem Markscheider Friedhof ein Glas zu heben. 

Jetzt trauern wir um die verflossenen Hütchen und legen eine Schweigeminute ein.

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So, das war jetzt genug der positiven Nachrichten.

Dann sind einige Neue (etwa 12) aufgetaucht, was uns fast immer freut. Wir heißen sie willkommen, öffnen für sie (und auf ihre Kosten) eine Flasche!

Ein „Plopp“ auf die Neuen! (Sofern sie keinen Mist schreiben in ihren Kommentaren)

Hier sehen wir unsere Optionen für das neue Jahr

Nun die Vorschau:

Viele künftige Artikel werden nicht erscheinen, werden nie geschrieben werden, weil man sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnert, oder, wenn geschrieben, das Manuskript vom Hund gefressen wird oder als Belag auf einer Pizza landen wird. Andere Artikel wiederum werden vom Weg abkommen und von der Konkurrenz geklaut werden. Die besten hingegen, landen als Verpackung für Fisch’n’Chips.

Dennoch werden auch im Jahr 2019 wieder Artikel veröffentlicht, die (außer am Mittwoch) den Lauf der Zeit, das Wetter oder andere unwichtige Dinge beschreiben werden und von den meisten gar nicht gelesen werden, weil es niemanden interessiert. So wird das was war, auch weiterhin sein, auch wenn es sich verändert, oder doch ganz anders herauskommt.

Sollte jedoch einer der ungeneigten Leser Interesse an einem intelligenten, spritzigen, gelungenen Artikel haben, sollte er diesen selbst verfassen – aber auf keinen Fall bei MamM einreichen. Er würde nämlich sonst veröffentlicht, womit nur wieder neues Ungemach entstünde.

In diesem Sinne: Bleiben Sie uns gewogen.

Kategorien: AlltagKultur