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Klagemauer in Jerusalem wird erweitert

Veröffentlicht von Hans Wurst am

JERUSALEM (dpoi) – Es ist das Bauprojekt des Jahrhunderts, und die Gründe könnten kaum „boomender“ sein. Da die Weltlage derzeit einer Mischung aus einem brennenden Müllcontainer und einem Shakespeare-Drama gleicht, kommt die Klagemauer in Jerusalem an ihre Kapazitätsgrenzen. Das zuständige Ministerium gab heute bekannt: Die Mauer wird erweitert.

„Wir sehen uns mit einer beispiellosen Nachfrage konfrontiert“, erklärt Projektleiter Ariel Steinreich, während er ein Clipboard mit Bauplänen hält, die bis weit in das armenische Viertel und theoretisch bis nach Jordanien reichen. „Früher hatten wir Stoßzeiten während lokaler Konflikte. Heute haben wir eine globale 24/7-Dauerbelastung. Ukraine, Sudan, Iran, Klimawandel und die allgemeine Existenzangst – das kriegst du auf ein paar Metern Kalkstein einfach nicht mehr unter.“

Hier muß angebaut werden

Das größte Problem ist laut Experten nicht nur der Platz, sondern die Statik. Die schiere Menge an verzweifelten Wünschen nach Frieden, Waffenstillständen oder zumindest einer funktionierenden Heizung im nächsten Winter droht das Fundament zu destabilisieren.

Kritik kommt unterdessen aus dem Vatikan und von den Ufern des Ganges. Man befürchtet ein „spirituelles Monopol“. Wenn Jerusalem jetzt massiv aufrüstet, könnten andere Pilgerstätten leer ausgehen. Doch die Bauleitung in Jerusalem bleibt gelassen: „Solange die Menschheit so weitermacht wie bisher, ist genug Leid für alle da. Wir sind lediglich die Ersten, die die Infrastruktur an die Realität anpassen.“