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Pfingstwunder: Heiliger Geist landet im Bundeskanzleramt!

Veröffentlicht von El Blindo am

Berlin (dpoi) – Es sollte ein ruhiger, staatstragender Pfingstmontag im Bundeskanzleramt werden. Friedrich Merz saß gerade noch vor dem Frühstück allein an seinem massiven Schreibtisch, umgeben von Aktenbergen, und strich mit dem Textmarker alles an, was nach „Bürgergeld“ oder „Rentensteigerung“ aussah, als das Übernatürliche Einzug hielt.

Durch das leicht gekippte Fenster der Regierungszentrale drang kein laues Frühlingslüftchen, sondern ein plötzlicher, von leisen Engelschören untermalter Windstoß. Mit einem eleganten Sturzflug, der selbst den geübten Privatflieger aus dem Sauerland vor Neid erblassen ließ, landete sie direkt auf dem Schreibtisch: Eine blütenweiße Taube. Der Heilige Geist persönlich.

Merz, darauf programmiert, jede unaufgeforderte Bewegung in seinem Sichtfeld als potenziellen Angriff der Opposition oder des Koalitionspartners zu werten, griff instinktiv nach einer eingerollten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Doch die Taube gurrte nicht. Sie verharre in einer Haltung von solch erhabener Würde, dass der Regierungschef innehielt. „Ich bin das Alpha und das Omega“, schien der Blick des Vogels zu sagen. „Schön und gut“, entgegnete Merz kühl, während er die Brille zurechtrückte. „Aber sind Sie auch angemeldet? Und wer hat Ihnen die Einflugschneise in das Herz der Exekutive genehmigt?“

Früher war der Heilige Geist noch überaus beliebt und willkommen

Doch der Heilige Geist war nicht gekommen, um über die ‚Reformen‘ zu debattieren. Er war gekommen, um Liebe zu verbreiten. Und als die Taube sanft mit den Flügeln schlug und ein goldener Schimmer das Kanzlerbüro erfüllte, spürte Merz eine tiefgreifende Veränderung. Ein warmes Gefühl breitete sich in seiner Brust aus. Ein Zustand, den der medizinische Dienst des Bundestages bisher für unwahrscheinlich gehalten hatte.

Da keine Journalisten im Raum waren, entlud sich die plötzliche Erleuchtung in einem hochemotionalen Selbstgespräch, während Merz mit verklärtem Blick aus dem Fenster auf die Spree starrte:

  • Zur Sozialpolitik: „Wissen Sie“, murmelte er zu sich selbst, während ihm eine Träne die Wange hinunterrollte, „wenn ich recht überlege, sind die Bezieher von Bürgergeld im Grunde auch nur… sehr arme Millionäre mit verdammt viel Lebenserfahrung. Wir müssen sie umarmen, nicht sanktionieren! Ich werde die Regelsätze morgen verdoppeln und die Vermögensprüfung durch ein herzliches Händeschütteln ersetzen.“

  • Zur Energiekrise: Der Kanzler zeichnete mit zittriger Hand eine kleine Sonne auf ein offizielles Dokument. „Gott hat uns den Wind und das Licht geschenkt. Warum nutzen wir nicht einfach die reine Energie des Kosmos? Ich werde das Kanzleramt komplett mit Kerzen und gutem Willen heizen.“

So wie nicht jeder Kanzler das Zeug zum Sozialrevolutionär hat, so schlummert auch nicht in jeder Taube der Heilige Geist

Doch nur eine Stunde später ließ die Wirkung des Pfingstwunders spürbar nach. Der Heilige Geist hatte sich längst wieder in die himmlischen Sphären verabschiedet. Ausgerechnet jetzt betrat Kanzleramtschef Carsten Linnemann  leise das Büro, um Unterschriften abzuholen, und erstarrte. Auf dem Schreibtisch lag ein Zettel, auf dem in Merz‘ Handschrift stand: „Geld ist nur eine Illusion des Geistes.“

„Chef“, flüsterte Linnemann besorgt, „was ist hier passiert?“

„Ein temporärer, atmosphärischer Störfall, Carsten“, sagte Merz mit gewohnt präziser Stimme. „Und jetzt ruf den Hausmeister an. Ich will ein Gitter vor diesem Fenster.“