Israel beim ESC: „Buhrufe sind auch nur Obertöne“
WIEN/GENF (dpoi) – Im Rahmen einer Pressekonferenz, die praktischerweise in einem schallisolierten Keller unter der Wiener Stadthalle stattfand, hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) heute noch einmal offiziell bestätigt: Israel darf am Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen. Trotz des Boykotts mehrerer Teilnehmerländer fiel die Entscheidung, nachdem die EBU-Prüfungskommission nach wochenlangem Studium von Landkarten zu dem Schluss kam, dass Gaza geografisch gesehen „eigentlich verdammt weit von Europa entfernt“ sei.
Aufmerksamkeit erregte im Vorfeld des ESC das Vorbereitungs-Ritual des israelischen Sängers. Während andere Künstler vor dem Auftritt Ingwertee trinken oder Yoga machen, simuliert dessen Team engagiert, wie ihr Schützling ausbuht wird. Professioneller kann ein Künstler nicht sein.
„Es ist ein spirituelles Training“, erklärte ein Sprecher der israelischen Delegation. „Unser Mann hat gelernt, negative Frequenzen in positive Energie umzuwandeln. Wenn in der Halle Menschen pfeifen, hört er durch seine speziellen In-Ear-Kopfhörer stattdessen das sanfte Rauschen eines Wasserfalls und das Gurren von Friedenstauben.“ Zusätzlich bete der Sänger vor jedem Auftritt um „gute Absichten“. Das ist eine Bitte, die laut EBU-Statuten rechtlich nicht als politische Stellungnahme gewertet werden kann, solange Gott kein offizielles Statement zum Völkerrecht abgibt.

Irgendwas ist ja immer beim ESC
Das Motto „United by Music“ wurde von den Verantwortlichen in Wien nun präzisiert. Es bedeute vor allem, dass man sich durch Musik so sehr vereint fühle, dass man störende Nebengeräusche – wie etwa Panzerketten oder internationale Hilferufe – einfach mit einem gut abgemischten Synthesizer-Beat übertönt.
„Wir sind ein unpolitischer Wettbewerb“, erklärte ein Sprecher der EBU, während er hastig eine Liste mit den bekannten Ausschlusskriterien für Russland im Schredder verschwinden ließ. „Wenn wir anfangen würden, Länder wegen Kleinigkeiten wie völkerrechtlichen Bedenken auszuschließen, wer bliebe dann noch übrig? Am Ende würde der Wettbewerb nach drei Minuten enden.“
Sollte es in der Halle zu Zwischenfällen kommen, greift der „Wiener Modus“:
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Digitale Applaus-Veredelung: Wenn man Buhrufe hört, werden diese im Finale per KI in Echtzeit durch das Geräusch von entkorkten Sektflaschen ersetzt.
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Farb-Filter: Sollte ein Demonstrant versuchen, mit Farbbeuteln die Bühne zu stürmen, wird das Fernsehbild sofort in Schwarz-Weiß umgeschaltet, um den Eindruck eines künstlerischen Arthouse-Films zu erwecken.
Die EBU bleibt positiv. Man ziehe in Erwägung, den Wettbewerb im nächsten Jahr direkt in einem Krisengebiet auszutragen, um Kosten bei der Pyrotechnik zu sparen. „Die Lichtshow ist dort quasi schon vorhanden“, witzelte ein Techniker, bevor er von Sicherheitskräften dezent aus dem Bild entfernt wurde.
Dieser Artikel wurde mit 100% biologisch abbaubarer Ironie zur Satire verarbeitet. Eventuelle Ähnlichkeiten mit der tatsächlichen moralischen Flexibilität internationaler Organisationen und der Situation von Sängern bestimmter Länder sind absolut beabsichtigt.