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Homeoffice jetzt auch für Pathologen

Veröffentlicht von El Blindo am

Berlin/München (dpoi) Jahrelang fühlten sie sich von der New-Work-Revolution übergangen. Während Marketing-Manager längst von Bali aus Kampagnen steuern und IT-Spezialisten im Pyjama Software entwickeln, mussten Pathologen täglich brav ins kühle Labor dackeln. Doch damit ist jetzt Schluss: Das Bundesministerium für Gesundheit präsentiert stolz das Modellprojekt „Dezentrale Autopsie 4.0“.

Ab sofort heißt es auch für Gerichtsmediziner: Homeoffice, Kaffee aus der eigenen Maschine und flexible Arbeitszeiten.

Die logistische Hürde schien lange unüberwindbar, schließlich passt ein Toter selten in den Briefkasten. Die Lösung heißt „Post-Ident-Leiche“ in Kooperation mit der Deutschen Post. „Der Paketbote klingt zweimal, stellt die Kühlbox im Flur ab und holt die untersuchte Ware am nächsten Werktag wieder ab“, erklärt Projektleiter Dr. Florian Verweser. „Sollte der Empfänger nicht zu Hause sein, wird die Leiche einfach beim Nachbarn abgegeben oder in der nächsten Filiale zwischengelagert.“

In der heimischen Küche lässt es sich doch gleich viel konzentrierter arbeiten

Kleine Anlaufschwierigkeiten gebe es zwar noch. Wenn die Benachrichtigungskarte „Ihr Paket liegt in der Filiale zur Abholung bereit“ im Briefkasten liegt, müsse man halt selbst mit der Sackkarre zur Lottostelle. Aber dafür spart man sich den Berufsverkehr.

Die Anpassungen im heimischen Wohnzimmer erfordern etwas Improvisationstalent:

  • Der Küchentisch als Sektionstisch: Nach dem Frühstück kurz feucht abwischen, Plastikfolie drüber, schon kann die Gewebeprobe entnommen werden.

  • Team-Meetings: „Sektion24“ heißt die neue App, bei der der Chefarzt per Videozuschaltung dabei ist. Blöd nur, wenn das WLAN ruckelt, während man gerade mit dem Skalpell ansetzt.

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Die Berufsgenossenschaft empfiehlt höhenverstellbare Küchentische und geruchsneutralisierende Duftkerzen („Sommerbrise“ überspielt Verwesungsprozesse besonders gut).

Tatsächlich melden erste Test-Pathologen kleinere Zwischenfälle aus dem Alltag: Der Golden Retriever hat die Milz einer Gewebeprobe mit seinem Kauspielzeug verwechselt, und die Schwiegermutter hat aus Versehen die Formol-Lösung für den Bio-Entkalker gehalten.

Einfach mal entspannt im Wohnzimmer tätig werden

Trotz kleiner Startschwierigkeiten zeigt sich der Verband der Pathologen begeistert. Endlich könne man die Sektion einer Wasserleiche entspannt zwischen Wascheaufhängen und der nächsten Folge ‚Stromberg‘ einschieben.

Auch die Gewerkschaften jubeln: Die Zeitersparnis sei enorm. Und sollte der Paketdienst mal wieder Verspätung haben, gilt das ganz offiziell als bezahlte Wartezeit. Einziger Wermutstropfen: Die Nachbarn im Mietshaus wundern sich noch über die ständig anliefernden Kühltransporter und den merkwürdigen Geruch aus dem 2. Stock.