Deutsche Urlauber heben in Dubai jetzt Schützengräben aus
DUBAI (dpoi) – Nicht alle Urlauber versuchen derzeit, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu verlassen. Wo noch vor wenigen Tagen die internationale High Society an ihrem alkoholfreien Bio-Cocktail nippte und Influencer ihre Gesichter in die künstliche Sonne hielten, bietet sich am privaten Strandabschnitt des „Luxor-Palm-Resorts“ ein gänzlich anderes Bild. Hier fliegen nicht die Korken, sondern der Wüstensand.
Eine Reisegruppe aus Gelsenkirchen und Pinneberg hat die vielbeschworene Kriegstüchtigkeit auf das nächste Level gehoben: Pionierarbeit 2.0. Was als Versuch begann, sich vor Raketenangriffen zu schützen, ist innerhalb von drei Tagen zu einem befestigten Stellungssystem eskaliert. „Hier kommt keiner durch, kein Ami, kein Iraner und kein Israeli“, erklärt Manfred K. (58), während er mit einem klappbaren Bundeswehr-Spaten die Flanke von „Graben Nord“ verstärkt.

Am strategisch wichtigen „Graben 1“ wird noch gearbeitet
Hinter ihm ragt ein beachtlicher Wall aus feinstem Sand auf, gekrönt von einer vorschriftsmäßig drapierten Deutschlandfahne. Die Motivation hinter dem maritimen Erdbau ist laut Manfred rein pragmatisch:
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Sichtschutz: Damit man die Influencer nicht beim Abflug sehen muss.
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Klimaschutz: Im Graben ist es gefühlte 0,5 Grad kühler.
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Verteidigung: „Wer gräbt, der überlebt“, so das inoffizielle Motto der Gruppe.
Die Hotelleitung zeigt sich irritiert. „Wir haben versucht, ihnen zu erklären, dass die militärische Raketenabwehr unseres Landes steht“, berichtet der sichtlich konsternierte Manager Omar Al-Fayed. „Aber Herr Müller hat mir eine Skizze gezeigt, die er ‚Verteidigungsplan Westflügel‘ nennt, und mich gefragt, ob der Zimmerservice auch Sandsäcke liefert.“
Sogar die örtliche Polizei rückte bereits an – allerdings nur kurz. Da die Deutschen für ihren Grundaushub eine ordnungsgemäße (selbst ausgestellte) „Strandnutzungs-Voranmeldung“ in dreifacher Ausfertigung vorlegen konnten, zogen die Beamten kopfschüttelnd ab. Gegen deutsche Bürokratie kommt selbst die emiratische Staatsgewalt nicht an.