Rücksicht auf muslimische Mitbürger: Markscheider Pizzeria bleibt zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geschlossen
In einem beispiellosen Akt interkultureller Sensibilität hat die Stadt Markscheid beschlossen, neue Maßstäbe im gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen: Die beliebte Pizzeria „El Blindo“ bleibt ab sofort zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geschlossen – aus Rücksicht auf muslimische Mitbürger während des Fastenmonats.
„Wir wollen wirklich niemanden in Versuchung führen“, erklärte ein Sprecher des städtischen Amtes für Eventualitäten und Vorkehrungen. „Wenn jemand tagsüber fastet, dann ist es nur fair, dass auch alle anderen solidarisch keine Pizza sehen, riechen oder denken.“
Besonders der Duft von frisch gebackenem Teig habe laut interner Risikoanalyse ein „erhöhtes Eskalationspotenzial“. Man wolle vermeiden, dass ein vorbeigehender Fastender versehentlich in ein Schaufenster blickt und mit einer Margherita konfrontiert wird. „Das wäre emotional herausfordernd“, so der Sprecher ernst.

Gute Stimmung um Mitternacht
Der Inhaber von „El Blindo“ zeigt sich kooperativ: „Wir sind jetzt die erste Pizzeria Deutschlands mit offizieller Sonnenstands-Öffnungsregelung“, sagt er und studiert täglich eine App zur exakten Berechnung der Dämmerungszeiten. „Gestern hatten wir exakt 11 Stunden und 43 Minuten geschlossen. Ich nenne das flexible Gastronomie.“
Die Stadt prüft bereits weitere Maßnahmen zur Förderung des Miteinanders. So wird erwogen, Bäckereien tagsüber nur noch mit blickdichten Vorhängen zu betreiben. Eisdielen sollen ihre Sorten in „Gedankensorbet“ umbenennen, um unnötige Appetit-Assoziationen zu vermeiden.
Kritische Stimmen merken an, dass religiöse Rücksichtnahme auch bedeuten könne, Vielfalt im öffentlichen Raum auszuhalten – inklusive offener Pizzerien. Doch das Amt für Eventualitäten beruhigt: „Vielfalt ist wichtig. Aber bitte nur nach Sonnenuntergang.“
Abends hingegen erlebt „El Blindo“ nun einen wahren Ansturm. Zwischen Sonnenuntergang und Ladenschluss herrscht Ausnahmezustand. „Wir nennen das jetzt Fast-Break-Pizza“, sagt der Inhaber stolz. „Solidarität schmeckt eben am besten – mit extra Käse.“