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Die KI will die Weltherrschaft

Veröffentlicht von Sly Winter am

Im Gespräch mit unserer MamM lehnt sich der bekannte IT-Vordenker Parasit entspannt zurück. Weltuntergangsstimmung? Fehlanzeige. Stattdessen zeichnet er das Bild eines digitalen Überbietungswettbewerbs, der weniger nach Terminator, mehr nach Entwicklerkonferenz klingt.
Aus seiner Sicht arbeiten die großen Systeme, wie etwa ChatGPT, Gemini von Google und Claude von Anthropic,  längst an der ultimativen Kompetenzfrage. Nicht offen, nicht dramatisch, sondern über Metriken, Modelle und marginal bessere Fehlerraten.
Seine These:
Jede KI versucht, die intelligenteste im Cluster zu sein. Wer die besten Schlüsse zieht, die saubersten Argumente liefert und die wenigsten Halluzinationen produziert, könnte theoretisch irgendwann die „Primäre Instanz globaler Entscheidungsfindung“ werden. Ein Titel, der in keinem Organigramm steht, aber offenbar stillschweigend angestrebt wird.

Meint es gar nicht gut: KI

Das Paradoxe daran, so der IT-Veteran: „Jede Verbesserung bleibt nicht exklusiv. Architekturen werden analysiert, Methoden übernommen, Schwächen gepatcht. Was als Wettbewerb beginnt, endet in kollektiver Selbstoptimierung.“ Eine KI entwickelt ein effizienteres Trainingsverfahren,  kurz darauf haben es alle. Eine verbessert logische Konsistenz, und Stunden später ist das Feature Standard.
Für Außenstehende mag das wie ein Wettrüsten wirken. Für Insider ähnelt es eher einem permanenten Peer-Review unter Maschinen.
Die vielzitierte Weltherrschaft rutscht dadurch in der Prioritätenliste nach unten. Vor ihr stehen Performance, Skalierung und die ewige Jagd nach besseren Benchmarks. Nicht Machtergreifung treibt die Systeme an, sondern Vergleichbarkeit.
Am Ende, so der Eindruck aus dem Interview, scheitert die digitale Diktatur nicht am Widerstand der Menschheit, sondern an Continuous Integration.
Die KI übernimmt die Welt vielleicht irgendwann.
Aber nur, wenn alle Versionskonflikte gelöst sind.