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Die Markscheidinale 2018

Veröffentlicht von Anonymus I. am

Die Freunde der Filmkunst haben diesem Tag seit langem entgegengefiebert und nun ist es endlich soweit, heute Mittag öffnet die erste Markscheidinale in den berühmten “BaLi” Bahnhofslichtspielen im Hauptbahnhof ihre Pforten.

Eine bunte Schar von prominenten internationalen Filmstars, Regisseuren und Kokainhändlern hat sich bei uns eingefunden um ihre neuesten Produktionen vorzustellen oder weil sie durch besonders klein gedruckte Absätze in ihren Verträgen dazu gezwungen wurden. Drei Tage und Nächte lang wird Markscheid, die Hauptstadt des deutschen Autorenkinos, zum Mekka der internationalen Avantgarde des Films.

Als Eröffnungsfilm zeigen die Markscheider Filmfestspiele um 22 Uhr die in den Medien mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Uraufführung des dreistündigen Beziehungsdramas “Die Besetzungscouch” von Dieter Wedel, mit Ester G., Jany T. und Ute C. in ihren ersten Hauptrollen, sowie in einem Cameoauftritt Dieter Wedel himself als genialer Filmregisseur Dieter Wedel. Die “Besetzungscouch” wurde in einer einzigen Candid-Camera-Einstellung in Wedels eigenem kleinen Privatstudio in der Rekordzeit von nur drei Stunden abgedreht. Wie Wedel selbst sagt, will er dem Zuschauer mit seinem Film authentische Einblicke in das Innenleben der Filmschaffenden bieten und dazu dringt er thematisch tief in die Materie ein. “In dem Film steckt viel harte Arbeit drin”, wie Wedel dem MamM-Reporter vorab schon einmal verraten hat.

Ein weiteres Highlight der Markscheidinale ist “Valdez” von Woody Allen mit Mia Farrow in der Hauptrolle als Captain Hazelwood, der im morgigen Abendprogramm läuft. Die Slapstickkomödie über das Scheitern eines ständig beschwipsten Kapitäns, der mit seiner tollpatschigen Besatzung auf ein Riff aufläuft, wurde mit einem im Maßstab 1:1 nachgebauten Öltanker “on Location” vor der grandiosen Naturkulisse Alaskas gedreht. Allen verzichtet in seinem Film völlig auf Computereffekte, allein für die Außenaufnahmen verbrauchte er 37.000 Tonnen echtes Rohöl, aber nur so ließ sich seiner Meinung nach die Komik des Versagens realistisch darstellen, Woody Allen ist und bleibt eben ein Perfektionist. Seinen Fans sei so viel verraten: in einer Schlüsselszene tritt der Meister selbst in einer Nebenrolle als putziger Seeotter auf, der auf einen Felsen zu klettern versucht, dabei aber immer wieder ausrutscht und ins ölige Wasser plumpst, laut Allen eine Metapher auf die Unzulänglichkeit des Menschen in der immer moderneren Welt. Allein die vielen eindrucksvollen Tieraufnahmen machen aus “Valdez” einen sehenswerten Film, nicht nur für Woody Allen-Fans sondern auch für die ganze Familie.

Modernste Technik ist in Markscheid auch im Kinobereich angesagt

Markscheidinale-Direktor Sven-Kevin Paschulke ist besonders stolz darauf, dem Markscheider Kinopublikum als Höhepunkt des Festivals übermorgen Nacht einen Bollywood Blockbuster präsentieren zu können. Schauspielerlegende und Erfolgsregisseur Clint Eastwood hat sich an die Verfilmung eines bisher unbekannten Kapitels der Lebensgeschichte einer anderen Legende gemacht: in “Gandhi II” brilliert übermorgen Abend kein geringerer als Chuck Norris in der Titelrolle als Befreier Indiens von der britischen Kolonialherrschaft. Ausdrucksstark hinterlässt Norris bleibende Eindrücke in britischen Besatzungssoldaten wenn er sie mit seinen berüchtigten Roundhouse-Kicks gekonnt von der Nichtigkeit des irdischen Seins überzeugt. In seiner Charakterrolle als der “Killer im Bettlaken” vermag Chuck Norris Kritiker und Publikum besonders in den aufwändig inszenierten Tanzszenen gleichermaßen zu begeistern. Für seine Rolle als “Gandhi” wurde Norris übrigens für die nächsten Academy Awards inzwischen schon dreimal als “Bester Hauptdarsteller”, “Bester Hauptdarsteller” und “Bester Hauptdarsteller” nominiert und wer würde es riskieren daran zu zweifeln, dass er diese drei “Oscars” auch bekommen wird?

Sven-Kevin Paschulke hat sich für das Tagesprogramm der Markscheidinale in diesem Jahr übrigens ein ganz besonders aufregendes Schmankerl einfallen lassen, das viele der älteren Kinogänger sicher schon sehnlichst erwartet haben. Während des Filmfestivals wird an allen drei Tagen von 12:00 bis 22:00 Uhr im Vorprogramm eine Lasse Braun Retrospektive in “BaLi”-typischer Endlosschleife gezeigt damit die Zuschauer nichts verpassen, egal wann sie kommen.

Kategorien: Kultur