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Die Umstülpung, oder: Die schleichende Revolution von oben

Veröffentlicht von Ambros Braesius am

Grosse, wunderbare Veränderungen stehen bevor und MamM kann darüber berichten: Ein Brief wurde gefunden. Er lag auf der Strasse, vermutlich war er dem Postboten abhanden gekommen, als er wieder mal besoffen vom Fahrrad gefallen war. Der rote Stempel ‘Streng Vertraulich’ (der eigentlich soviel bedeutet wie „streng geheim oder top secret”) und das amtliche Siegel führten dazu, dass ein Passant den Brief auf die Redaktion brachte. 

Wir haben ihn für unsere geschätzte Leserschaft geöffnet und dürfen als erste davon berichten, welche wunderbaren Veränderungen auf uns zukommen.

Beate Crohn-Corque, wie sie sich selber sieht. Das Beitragsbild zeigt die Früchte ihrer Arbeit

Frau Crohn-Corque schreibt in diesem Brief an die graue Eminenz der Bundesregierung, also die Person, die im Hintergrund die Fäden zieht und von der man nichts weiss, ausser, dass sie intensive Connections zu Rheinkrawall, IB-Farben, Gaier, und den Autobauern Dümpler-Brunz und Gaudi hat.

Lieber XXXXXXX*       .

Wie Du weisst, arbeiten wir in Markscheid seit langem daran, eine Umstülpung der anarchischen Verhältnisse in Richtung Ordnung und Wohlstand für uns vorzunehmen. Es läuft nicht schlecht, auch wenn Markscheid durch die Blödheit und Renitenz der vorwiegend einfachen Bevölkerung möglicherweise nicht ganz den durchschnittlichen Bundesbürger repräsentiert. Vielleicht ist ja gerade Markscheid mit seinen Deppen das ideale Testgelände für unsere Erneuerungen. Die Liste der erwünschten Massnahmen, die Du mir zukommen liessest, begeistert mich; Ich habe sie noch etwas erweitert und erlaube mir, Dir ein Update zu schicken. Einiges ist bereits realisiert, wie Du siehst, anderes noch in der Angewöhnungsphase, mit anderen Worten, wir machen Fortschritte.

Hier meine ergänzte Liste der Massnahmen:

  • Die Abschaffung des Bargelds, um den unkontrollierbaren, wilden Bargeldverkehr zu verhindern. Alle diese Rentner und sonstige Unproduktive werden entweder Berater oder einen Online-Zugang benötigen, was wieder zusätzliche Arbeitsplätze schafft. Für die Füllung der schwarzen Köfferchen empfehlen wir Diamanten.
  • Negativzinsen sollten weiter erhöht werden; die Leute sollen nicht mehr sparen, sondern die Wirtschaft ankurbeln. Wir, der Staat machen das schon bestens vor, aber nicht alle, vor allem die Schwaben, können von alten Gewohnheiten lassen. Wir werden dann bei Gelegenheit wieder eine Inflation machen, dann sind die Sparer auch bald weg. Wir haben unser Gold ja schon gebunkert, nicht?
  • Renten kürzen, Mieten erhöhen, ängstliche Menschen lassen sich besser günstig beeinflussen. Auch sind sie viel dankbarer für das Zuckerbrot. Du weisst, was ich meine!
  • Entwaffnung der Bevölkerung konsequent vorantreiben; Dies erhöht die Sicherheit von uns Systemrelevanten.
  • Kontrolle der Medien optimieren, nur noch positive, wertschätzende Berichterstattung über Alltägliches und vor allem über die wertvolle Arbeit von uns Politikerinnen.
  • Kommunikation digitalisieren und den Ausbau auf die lange Bank schieben, so dass bei Stromausfall keine Panik durch unnötige, hektische Telefoniererei erzeugt werden kann. Auch können so eher unbewilligte Zusammenrottungen vermieden werden.
  • E-Mobilität bedingungslos fördern, dabei Berichterstattung über zukünftige Stromengpässe verbieten. Die ökologischen, weil natürlichen Energieerzeuger wie biologisch entstandene Braunkohle und Erdgas  rehabilitieren. Wenn dann die Leute weniger mobil sind, weil der Strom ausbleibt, können wir neue Kontrollen und Einnahmen generieren.
  • Rückruf oder Nachhauselocken der wirklich tüchtigen Fachkräfte, Ingenieure, Ärzte, Informatiker, die ins Ausland v.a. in die Schweiz oder nach Südamerika abgewandert sind und somit das Potential des Vaterlands geschwächt haben. 
  • Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens fördern, indem Krankenhäuser von budgetbewussten Managern und nicht von irgendwelchen arroganten Ärzten geleitet werden. Alte, bewährte Medikamente durch teure, neue ersetzen, das bringt Schwung ins Getriebe! Gute medizinische Versorgung soll wieder ein Privileg der Reichen und Schönen werden, zu denen ja wir gehören, findest Du nicht auch,  mein lieber XXXXXXX* ?

Ich schliesse jetzt diese Liste – es gäbe noch mehr Punkte, die etwas heikleren Massnahmen besprechen wir besser unter vier Augen in drei Wochen. 

Mit herzlichen Grüssen

Deine Beate

*Wir wollen es ja nicht übertreiben mit der Transparenz. Anm. d. Red.