Dieser Sonntag…
ist wieder einer dieser Tage, an denen ich schon abwägen musste. Zum Mittag gab es unter anderem Pilze, die wir beziehungsweise die Gattin am Vortag gesammelt hatten. Eigentlich kennt sie sich ja gut aus bei diesen Gewächsen und kann essbar von unbekömmlich und giftig unterscheiden, aber allein die Möglichkeit, dass…, ließ mich da schon etwas bänglich werden.
Man kennt ja Murphys Gesetze, in denen sinngemäß steht: Wenn etwas schiefgehen (vorn Boom gehen) kann, dann trifft die miese Variante mit ziemlicher Sicherheit auch zu. Also, eine beschmierte Bemme (Schnitte) fällt immer mit der veredelten Seite auf den Boden, wenn es mal passiert, und die Schwerkraft sorgt immer dafür, dass die Richtung zum Boden auch stimmt.

Es gab leckere Pilze
Am Samstag ist auch wieder mal alles zusammengekommen: Kirmes, Halloween, Demonstrationen, Randale und das Wochenende. Zum Glück ist da nichts passiert. Trunkenbolde lagen nicht auf Wegen oder Straßen umher, keines der Halloweenkinder fiel weder durch Verhalten noch durch Kostüm auf. Geschäfte gibt es vor Ort nicht, die man vor dem gewalttätigen Wirken eines schwarzen Blocks schützen müsste. Demonstrationen gegen die Wehrpflicht würden hier auch nicht mehr ziehen, denn die meisten Einwohner sind altersmäßig schon lange jenseits von Gut und Böse. Ihre Nachkommen – falls hier noch ansässig – haben noch ein paar Jährchen Zeit, bevor irgendein Dienst an der Waffe drohen könnte. Die schlechten Schul- beziehungsweise Studienbedingungen wären eh obsolet, da wir über keinerlei bildende Einrichtungen verfügen. Wäre bei knapp siebenhundert Einwohnern auch mehr als verwunderlich.

Selber gesammelt, was kann da schon schiefgehen?
Ach so, das mit den Pilzen: Nach einem Schädelbasisbruch aufgrund der Weigerung, diese Waldfrüchte zu essen, hat man immer noch eine gewisse Chance durchzukommen, während bei einer ordentlichen Pilzvergiftung der Ausgang zumeist letal ist.
