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Frisch verbranntes Kerosin

Veröffentlicht von Pok am

Salzige Meeresluft. Der Geruch von Kerosin in der Nase, abwechselnd mit einer Brise Frischluft. Pokinski genoss die ruhigen Momente, wenn er von einem Einsatz wieder nach Hause flog. Das Dröhnen der Maschinen ist Musik in seinen Ohren. Sie bedeuten Freiheit und Heimat zugleich. Hier ist er geboren – und aufgewachsen. Hier wird er sterben. Zwischen den Streben. Unerkannt von den Passagieren. Das Knistern im Ohr ignoriert er gelegentlich. Manchmal muss auch Pokinski mal abschalten. Die Zentrale hat sich längst damit arrangiert.
Es zischt, das Wasser kocht gleich. Ein kleiner Gaskocher ist auf solchen Reisen unverzichtbar. Pokinski braucht dringend einen Tee. Wenn er nicht im Abgasstrom steht, ist es ganz schön kalt da oben. Und da bei dieser Höhe auch das Wasser früher kocht, hat Pokinski auf frisch gebrühten Eistee umgestellt.

Eine Hängematte kann man eigentlich immer brauchen

Hin und wieder blickt Pokinski verträumt durch den halb transparenten Stoff, die seidene Hülle, die ihn von den Elementen da draussen schützt. Sie muss leicht sein, strapazierfähig, darf kein Wasser aufsaugen und sie darf auf keinen Fall anfangen zu brennen. Das wäre das Ende. Das Ende der nächsten Mission, noch bevor sie begonnen hat.
Pokinski hat sich zwischen den Streben eine Hängematte aufgehängt. Die Flüge kommen ihm manchmal endlos vor. Er schaut auf die Uhr. Erst halb neun.  Gegen sechs Uhr zehn sollte die Hindenburg in Markscheid landen. Pokinski legt sich noch etwas hin.