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Historischer Wendepunkt in Europa: Polen, Tschechien und Rumänien starten Solidaritätsfonds für marode deutsche Infrastruktur

Veröffentlicht von Hans Wurst am

Brüssel/Berlin (dpoi) – Nach jahrzehntelangen Bemühungen Deutschlands, die Lebensverhältnisse innerhalb der Europäischen Union anzugleichen, haben die europäischen Partner nun beschlossen, etwas zurückzugeben. Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, wird der neue „Solidaritätsfonds Deutschland“ mit einem Volumen von zunächst 850 Milliarden Euro ausgestattet. Ziel sei es, die besonders strukturschwachen Regionen Deutschlands beim Wiederaufbau ihrer Infrastruktur zu unterstützen.

„Deutschland hat in den vergangenen 37 Jahren enorme Summen in den Ausbau von Straßen, Schienen, Brücken und kommunaler Infrastruktur in Mittel- und Osteuropa investiert“, erklärte ein Sprecher der Kommission. „Mittlerweile sind viele Autobahnen in Polen glatter als deutsche Billardtische, während manche deutsche Brücken bereits beim Anblick eines Lastwagens nervös knacken. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf.“

Besonders dankbar zeigte sich Polen. „Wir erinnern uns noch gut an die frühen 1990er Jahre“, sagte ein polnischer Regierungsvertreter. „Damals kamen deutsche Experten zu uns und erklärten, wie moderne Infrastruktur funktioniert. Heute reisen unsere Ingenieure nach Deutschland und erklären, warum eine Brücke gelegentlich gewartet werden sollte.“

Brücke in Deutschland

Auch Tschechien kündigte umfangreiche Hilfen an. Geplant seien mobile Teams, die deutschen Bahnhöfen grundlegende Konzepte wie Pünktlichkeit, funktionierende Rolltreppen und verfügbare Sitzplätze näherbringen sollen.

Rumänien stellte darüber hinaus ein Sonderprogramm für deutsche Kommunen vor. Im Rahmen des Projekts „Licht für Deutschland“ sollen Gemeinden unterstützt werden, deren Straßenbeleuchtung noch aus der Zeit stammt, als Helmut Kohl Bundeskanzler war und Faxgeräte als Spitzentechnologie galten.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Deutsche Bahn. Mehrere osteuropäische Staaten haben angeboten, erfahrene Berater zu entsenden, um das hochkomplexe Konzept eines Fahrplans zu erläutern. Ein Vertreter aus Warschau zeigte sich optimistisch: „Wir wissen, dass Veränderungen Zeit brauchen. Deshalb haben wir ein langfristiges Aufbauprogramm bis 2085 vorgeschlagen.“

Brücke in Rumänien

Unterdessen werden in Berlin bereits die ersten Förderanträge vorbereitet. Geplant sind Zuschüsse für Brücken, die länger stehen sollen als ihre jeweiligen Gutachten, sowie für Schulen, deren WLAN-Geschwindigkeit bislang nur mit archäologischen Messmethoden nachweisbar ist.

EU-Beobachter sprechen von einem historischen Moment: Erstmals seit Jahrzehnten fließen die Solidaritätsmilliarden nicht von West nach Ost, sondern von Ost nach West.

Ein Brüsseler Diplomat fasste die Entwicklung so zusammen: „Die Angleichung der Lebensverhältnisse ist erreicht. Leider hat sich Deutschland bei der Angleichung offenbar für die falsche Richtung entschieden.“