Wie der Scheiterhaufen zu seinem Namen kam

Veröffentlicht von Anonymus I. am

Die Markscheider Historische Gesellschaft kann wieder einen Erfolg bei der Rekonstruktion des vor kurzem wiederaufgefundenen Stadtarchivs vermelden. Professor Ano Nymus stellte heute der Öffentlichkeit den Inhalt von Dokumenten vor, die sich im auf dem Rathausdachboden gefundenen Nähkästchen der leider bei einem Unfall mit einem Spinnrad nach einem Stich mit der Spindel in den Finger früh entschlafenen Grafentochter Bertrada der Ungeschickten (*1524 – †1541) befanden. Daraus wollen wir in unserem heutigen Vortrag plaudern:

1486 a.D.: Beginn und Ende der Hexenverfolgung in Markscheid: Anfang Oktober dieses Jahres erleidet der durchreisende Wandermönch Heinrich Kramer in Markscheyd beim Kauf eines Schnitzels einen tragischen Unfall, als ihm die halbblinde Fleischerin `Krätze Käthe´ versehentlich mit ihrem Fleischerhammer auf den Daumen schlägt, er zeigt die Handwerkerin daraufhin empört beim Hohen Rat der Stadt als Hexe an. `Krätze Käthe´ wird in den Folterkeller des markscheyder Stadtkerkers geworfen (heute befindet sich dort das Bürgerbüro des Ordnungsamtes). Es folgen zwei Wochen nicht enden wollender entsetzlicher Torturen in denen Wachen, Folterknechte, Beichtväter, Untersuchungsrichter und die gesamte Nachbarschaft bei Tag und Nacht pausenlos von Käthe durch lautstark mit kreischender Stimme gesungene Trinklieder gequält werden, weshalb eine völlig übermüdete Abordnung der Bürgerschaft schliesslich von Bürgermeister Dietrich Hornochs die unverzügliche Exekution der schrecklichen Hexe fordert.

Die reinigende Kraft des Feuers kann gar nicht hoch genug geschätzt werden

Durch eine nicht näher überlieferte Unachtsamkeit beim Umgang mit Fackeln fangen im Verlauf der Hinrichtung mehrere der strohgedeckten Dächer von Häusern am Marktplatz Feuer und die gesamte markscheyder Innenstadt wird ein Raub der Flammen. `Krätze Käthe´ kann sich aus eigener Kraft vom unversehrt gebliebenen Scheiterhaufen befreien, sie flieht nach Köln und eröffnet dort einen Schönheitssalon mit Nagelpflegestudio für modebewusste Ratsherren und Künstler. Auch Heinrich Kramer gelingt mit knapper Not die Flucht vor dem Volkszorn mistgabelschwingender markscheyder Bürger, einige Zeit danach schreibt er über seinen Aufenthalt in unserer Heimatstadt einen Bestseller, sein vielbeachtetes Erstlingswerk ´Malleus Malleficarum´.