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Greta an Bord

Veröffentlicht von El Blindo am

Die „Markscheid“, ein deutsches Schnellboot, raste im Frühjahr 1945 durch die eisige Ostsee. Ihre Mission: Deutsche Flüchtlinge vor der anrückenden Roten Armee von Pillau nach Dänemark in Sicherheit zu bringen. Die Kälte schnitt in die Gesichter der Passagiere, der Geruch von Diesel und Angst hing in der Luft. Kapitän Lehmann, ein junger, von den Ereignissen gezeichneter Offizier, starrte angestrengt auf die unruhige See. Maschinist Grube mühte sich im Maschinenraum, um die letzten Tropfen Treibstoff in maximale Leistung umzusetzen. An Bord herrschte eine beklemmende Stille, nur unterbrochen vom Heulen des Windes und dem Dröhnen der Motoren.

Die Stimme aus dem Maschinenraum

Plötzlich, inmitten des ohrenbetäubenden Lärms der Dieselmotoren, hörte Maschinist Grube eine klare, schneidende Stimme, die den Krach der Maschinen zu übertönen schien. Sie war jung, aber voller Entschlossenheit und Wut.

„Ich kann nicht glauben, was ich hier sehe! Das ist absolut inakzeptabel!“

Grube, der dachte, er würde langsam dem Wahnsinn verfallen, sah sich um. Niemand war da, außer ihm und den schnaubenden Motoren.

Die Fahrt ist schon furchtbar genug

Der Geist der Klimagerechtigkeit

Die Stimme wurde lauter und materialisierte sich langsam zu einer Gestalt. Dort, zwischen den Dieseltanks und rauchenden Rohren, schwebte ein junges Mädchen mit ernstem Blick und geflochtenen Zöpfen. Sie trug wetterfeste Kleidung, aber ihre Konturen waren leicht durchsichtig, und um sie herum flimmerte die Luft.

„Ich bin Greta, der Geist der Klimagerechtigkeit“, verkündete die Erscheinung mit fester Stimme. „Ich wurde in einer alten Emissionsakte eingeschlossen, die durch die Zeit gereist ist und hier an Bord materialisiert wurde. Was Sie hier tun, ist eine klimatische Katastrophe! Dieser unnötige Ausstoß an CO2, dieser gigantische ökologische Fußabdruck – das ist ein Verrat an zukünftigen Generationen!“

Maschinist Grube war fassungslos. Er versuchte, etwas zu sagen, aber kein Wort kam über seine Lippen. Er, der ums Überleben von Menschen kämpfte, sollte sich um CO2 kümmern?

Maschinist Grube bleibt an diesem Tag wirklich nichts erspart

Der Fluch der Öko-Kritik

Von diesem Moment an war die „Markscheid“ dem Fluch der unaufhörlichen Umweltkritik ausgeliefert. Greta schwebte durch das Schnellboot, ihre durchdringende Stimme kommentierte jeden Aspekt des Betriebs.

„Dieser Dieselmotor! Er ist eine tickende Zeitbombe für unseren Planeten!“, rief sie, als Grube verzweifelt versuchte, die Maschinen am Laufen zu halten. „Wissen Sie, wie viele Tonnen CO2 Sie hier in die Atmosphäre blasen? Und das für was? Für eine Luxusreise in die Zukunft, auf Kosten der Natur!“

Kapitän Lehmann, der versuchte, den feindlichen Patrouillen und den Minenfeldern auszuweichen, hörte die Stimme aus dem Maschinenraum bis auf die Brücke. „Dieser Kurs ist nicht nachhaltig! Haben Sie keine alternativen, emissionsarmen Routen geprüft? Was ist mit einem Segelboot? Oder einem emissionsfreien U-Boot?“

Die Flüchtlinge, ohnehin schon vom Krieg und der Flucht traumatisiert, wurden Zeugen dieser bizarren Auseinandersetzung. Einige murmelten, dass sie nun wirklich dem Wahnsinn verfallen seien. Andere fragten sich, ob dies eine neue Propagandawaffe sei.

„Wir retten Leben!“, rief Lehmann verzweifelt in den Funk. „Es geht um Menschen!“

„Jedes gerettete Leben hat eine Verantwortung für das Klima!“, konterte Greta. „Und Ihre Entscheidungen hier werden die Zukunft von Milliarden beeinflussen!“

Man sagt, die „Markscheid“ erreichte Dänemark. Aber die Überlebenden waren nicht nur vom Krieg gezeichnet, sondern auch von den unaufhörlichen Vorwürfen des Klima-Geistes. Maschinist Grube soll nach dem Krieg nie wieder einen Motor angefasst haben und stattdessen Bauer geworden sein, der versuchte, seinen ökologischen Fußabdruck auf null zu reduzieren. Und Kapitän Lehmann, so munkelt man, soll bis an sein Lebensende nur noch mit dem Fahrrad gefahren sein, stets mit einem ängstlichen Blick zum Himmel, ob nicht doch ein Geist der Umweltkritik über ihm schwebte.