Nicht nur für Minister*innen: Staat übernimmt Kosten für Frisör und Visagisten jetzt für alle Beamten!
Berlin (dpoi) – Was bisher ausschließlich Bundesminister*innen und Spitzenpolitiker*innen vorbehalten war, wird nun konsequent auf den gesamten öffentlichen Dienst ausgeweitet: Ab dem kommenden Jahr übernimmt der Staat die Kosten für Frisör, Styling und Visagisten für sämtliche Beamtinnen und Beamten.
Das Bundesinnenministerium begründet den Schritt mit dem Ziel, die Attraktivität des öffentlichen Dienstes zu steigern. „Ein gepflegtes Erscheinungsbild stärkt das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger“, heißt es aus Regierungskreisen. „Wenn der Bescheid über die Grundsteuer schon schlechte Laune macht, soll wenigstens die Frisur der Sachbearbeiterin oder des Sachbearbeiters Hoffnung vermitteln.“

Frisöre und Visagisten – bald gerngesehene Gäste in deutschen Amtsstuben
Je nach Besoldungsgruppe gelten unterschiedliche Standards. Während Beamte des mittleren Dienstes Anspruch auf einen monatlichen Haarschnitt erhalten, umfasst das Premium-Paket für den höheren Dienst zusätzlich Augenbrauen-Styling, professionelles Make-up und einen persönlichen Farbberater. Für Behördenleitungen ist außerdem ein „Krisen-Look“ vorgesehen, der auch nach einer zwölfstündigen Haushaltsdebatte noch den Eindruck vermittelt, alles im Griff zu haben.
Besonders begeistert zeigt sich der Deutsche Beamtenbund. Endlich werde anerkannt, dass das tägliche Ausfüllen von Formularen und das Weiterreichen von Akten an das zuständige Referat erhebliche optische Belastungen mit sich bringe. „Wer acht Stunden lang Bürgern erklärt, warum ein Antrag leider im falschen Blauton ausgefüllt wurde, braucht anschließend professionelle Regeneration“, erklärte ein Sprecher.
Auch finanziell soll sich die Maßnahme lohnen. Interne Berechnungen gehen davon aus, dass freundlich frisierte Beamte Beschwerden um bis zu 0,03 Prozent schneller entgegennehmen können. Die dadurch entstehende Zeitersparnis soll bereits im Jahr 2087 die Investitionskosten vollständig kompensieren.

Aus unseren Beamten lässt sich noch einiges rausholen
Für besonders anspruchsvolle Bürgerkontakte wird zudem ein mobiler Visagisten-Service eingerichtet. Sollte sich im Wartebereich eine Menschenschlange von mehr als drei Personen bilden, kann innerhalb von 30 Minuten ein staatlich geprüfter Stylist anrücken, um den Beschäftigten vor dem nächsten „Da müssen Sie leider einen neuen Termin vereinbaren“ noch den letzten Glanz zu verleihen.
Lediglich die Finanzministerien der Länder äußerten vorsichtige Kritik. Allerdings nicht wegen der Kosten, sondern weil man befürchtet, dass geschniegelt auftretende Beamte künftig fälschlicherweise für Mitarbeiter der freien Wirtschaft gehalten werden könnten. Dies würde das traditionelle Erscheinungsbild deutscher Behörden nachhaltig gefährden.

