Aus der Reihe: „Berühmte Söhne und Töchter Markscheids“: Der starke Tobias

Veröffentlicht von Ambros Braesius am

Heute gedenken wir eines Mitbewohners, der in jungen Jahren berühmt war und als Erwachsener seine Berühmtheit leider wieder verlor. So wie es ja auch vielen Kinderschauspielern geht, an die wir uns jetzt nicht mehr erinnern.

Eigentlich war der schmächtige Tobias gar nicht wirklich stark. Aber er hatte eine sehr starke Mutter, vor der sich alle fürchteten. Und da sie eine blitzschnelle, starke Rechte und eine gefürchtete linke Gerade hatte, stimmten alle immer sehr eifrig zu, wenn des Tobias Stärke zur Diskussion stand und waren einhellig der Meinung, dass der kleine Tobias der stärkste Schüler war, den die Markscheider Grundschule je gesehen hatte.

Hier sehen wir den unteren Teil von Tobiassens Mutter beim Training der Brustmuskulatur

Einmal an einem Elternabend, den die uns bereits bekannte Pädagogin Frau Pröppelstöck (sie wurde bereits im Artikel „der Deppentest“ als Erfinderin der 6-Hiebe-Lernmethode lobend erwähnt) abhielt, geschah etwas Denkwürdiges: Frau Pröppelstöck wagte es, beiläufig anzumerken, dass gewisse Schüler etwas mehr an ihrer Haltung arbeiten müssten. Es sei nicht gut für die körperliche und geistige Entwicklung, wenn Schüler mit eingezogenen Schultern und krummem Rücken über das Pult gebeugt dasässen und dabei schaute sie den kleinen Tobias an. Auch sei es irritierend, wenn gewisse Schüler gleich in die Hosen pissen würden, wenn man ihnen eine Frage stellen würde. Einige in der Klasse kicherten und alle schauten den kleinen Tobias an.
Am nächsten Tag kam Frau Pröppelstöck mit Krücken und diversen Blutergüssen zur Schule. Es ging das Gerücht, sie sei von einem unbekannten sehr kräftigen Mann auf dem Nachhauseweg vom Elternabend angegriffen und verprügelt worden. Man hielt in den folgenden Tagen Ausschau nach diesem Unbekannten, konnte ihn aber nicht ausfindig machen. Nicht einmal der berühmte Kriminalist Knöllenbeck wusste weiter. Aber er war selbst bei der Pröppelstöck zur Schule gegangen und seine Motivation, den Täter zu finden, war im Allgemeinen und hier im Speziellen nicht so arg.

So machte Tobias insgesamt eine bemerkenswerte Schulkarriere, brachte meist nur die besten Noten nachhause und wenn nicht, wurden sie nachträglich berichtigt.
Er war also nicht nur der Stärkste, sondern er war somit auch bald der Gescheiteste, der je in Markscheid zur Schule gegangen war.
Man sagte ihm allgemein eine glänzende Karriere – vielleicht sogar als Politiker – voraus und es wäre sicher auch so gekommen, wenn nicht des Tobiassens Mutter bei einem regionalen Leichtathletikmeeting sich beim Kugelstossen die Schulter ausgekugelt hätte. Als Dr. Scheider die Schulter wieder einrenken wollte (mit seinem bewährten „Scheiderschen Fuss-Hand-Ruckzuckgriff®“, bei dem der Fuss Dr.Scheiders in der Achsehöhle der ausgekugelten Schulter ruht, worauf die Hand des verletzten Arms wie zum Grusse ergriffen und dann mit einem korkenzieherartigen Drehruck der Arm des Verletzten nach unten und dann nach oben gerissen wird – eine sehr schmerzhafte und und ab und zu wirkungsvolle Methode), erhielt er von der lädierten Leichtathletin eine linke Gerade auf den Kiefer, so dass ihm die Sinne schwanden, der Kiefer brach und diverse Zähne das Weite suchten. Etwa in dieser Reihenfolge. So blieb die Schulter ausgekugelt und die Mutter des mittlerweile halbwüchsigen Tobias war nur noch halb so stark.
Dies hatte langfristige Konsequenzen: Ohne die unterstützende rechte Hand seiner Mutter , die nun für einige Jahre von der Justiz einbehalten wurde, schrumpften der Ruf und die Leistung des starken und klugen Tobias bald auf das ihm zustehende Mass. Als Erwachsener geriet er bald in Vergessenheit und wurde 2012 von der Liste der berühmten Söhne und Töchter Markscheids wieder entfernt. So kann es gehen.