Weiterlesen" /> Weiterlesen" /> ?>

Aus für den Traditionsnamen: CDU benennt sich um in 4,9

Veröffentlicht von El Blindo am

BERLIN (dpoi) – Was christdemokratische  Spitzenpolitiker wie Friedrich Merz derzeit in der Hauptstadt und den Ländern aufführen, ist kein strategisches Versehen und erst recht kein kommunikatives Missgeschick. Es ist der präzise durchgestylte, feinsäuberlich geplante Übergang in eine ganz neue Phase der Parteigeschichte: das zielgerichtete Unterschreiten der Fünf-Prozent-Hürde auf allen Ebenen.

Nachdem die FDP jahrzehntelang das Monopol auf den dramatischen Rauswurf aus den Landtagen hielt, zieht die CDU nun im großen Stil nach. Der Plan: Wo bisher nervenaufreibende Koalitionsverhandlungen, lästige Kompromisse und störende Oppositionsarbeit den Alltag belasteten, soll künftig herrliche, ungestörte Stille herrschen.

Strategietagung der 4,9

Das aktuelle Manöver aus der Führungsetage – das konsequente Ignorieren jeglicher Realität außerhalb des eigenen Arbeitszimmers – ist in Wahrheit nur eine Notfallmaßnahme zur Reduzierung von Wählerstimmen. „Wir haben gemerkt, dass uns immer noch vereinzelt Bürger wählen wollen“, erklärt ein sichtlich erleichterter Parteistratege anonym. „Mit den neuen Namen ‚4.9‘ geben wir diesen Menschen endlich ein klares Signal.“

Der schrittweise Rückzug aus den Landesparlamenten bringt der Partei ungeahnte Vorteile:

  • Massive Kostenersparnis: Keine teuren Fraktionsbüros mehr, keine aufwendigen Landtagskampagnen und vor allem: keine lästigen Ausschusssitzungen um 8:00 Uhr morgens.

  • Maximale Haltung: Wer in keinem Landtag mehr vertreten ist, muss auch mit niemandem mehr koalieren. Die Brandmauer kann endlich durch eine komplett geschlossene Betondecke ersetzt werden.

  • Abschaffung von Kompromissen: Ohne Mandate muss man keine Zugeständnisse mehr machen. Das Grundsatzprogramm kann fortan in seiner reinsten, unbeflecktesten Form konserviert werden – sicher aufbewahrt auf einem USB-Stick im Konrad-Adenauer-Haus.

Der neue Name kommt an der Basis sehr gut an

In der Zentrale zeigt man sich optimistisch, die Operation zielsicher über die folgenden Landtagswahlen abzuschließen zu können. Berlin war nur ein Ausreißer. Der Übergang vom politischen Schwergewicht zur außerparlamentarischen Brauchtumsgruppe verläuft nach Plan.

Er hat bald viel mehr Zeit für seine Enkel

„Früher haben wir gesagt: Wir wollen regieren“, heißt es aus den oberen Rängen. „Dann kam Friedrich Merz. Heute wollen unsere Ruhe. Und 4,9 Prozent sind dafür die perfekte Wohlfühltemperatur.“