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„Donald Trump ist einer von uns!“

Veröffentlicht von Hans Wurst am

Euphorische Szenen spielten sich gestern Abend in Markscheid im Speisesaal im Seniorenstift „Abendsonne“ ab:

Herr Müller (82) klopft mit seinem Löffel energisch gegen die Schnabeltasse, um die Aufmerksamkeit seiner Mitbewohner zu gewinnen.

„Meine Damen und Herren, liebe Leidensgenossen von Station 3, stellt bitte mal kurz das Hörgerät auf ‚Empfang‘!

Ich habe die Schnauze voll davon, dass man uns hier ständig einreden will, wir wären ‚aus dem Rennen‘, nur weil wir uns manchmal nicht erinnern können, ob wir heute schon gefrühstückt haben oder wer die Frau ist, die uns jeden Dienstag die Zehennägel schneidet.

Schaut euch Donald Trump an! Der Mann ist der Messias der Vergesslichkeit! Er ist der lebende Beweis: Man muss nicht wissen, in welchem Land man sich gerade befindet, um es regieren zu wollen. Das nenne ich Freiheit! Wenn Donald den ungarischen Ministerpräsidenten für den Chef der Türkei hält, dann ist das kein ‚Aussetzer‘ – das ist kreative Weltgestaltung.

Glänzende Stimmung in der „Abendsonne“

Ich nenne Frau Meyer von der Pflegeleitung ab morgen einfach ‚Mutti‘ oder ‚Kanzlerin‘, und wenn sie widerspricht, sage ich: ‚Fake News!‘

Und dann das Thema mit der… nun ja, der körperlichen Disziplin. Wir schämen uns, wenn es im Schritt mal feucht wird? Lächerlich! Donald zeigt uns: Ein echter Leader macht keine Pausen. Während die jungen Hüpfer noch zur Toilette rennen, hat er schon drei Dekrete unterzeichnet und ein Golf-Turnier gewonnen – alles in derselben Hose! Das ist kein Malheur, das ist Zeitmanagement. Wer braucht schon eine Blase aus Stahl, wenn man Windeln aus Gold tragen kann?

Donald Trump ist das Vorbild für uns alle, die wir morgens im Bad stehen und uns fragen: ‚Wer ist der Kerl im Spiegel?‘ Donald fragt das auch, aber er antwortet einfach: ‚Du bist ein verdammt stabiles Genie!‘ Und wisst ihr was? Die Leute jubeln!

Also, werft eure Kreuzworträtsel weg! Wir brauchen kein Gehirnjogging. Wir brauchen nur einen orangefarbenen Selbstbräuner und die feste Überzeugung, dass alles, was wir vergessen haben, sowieso nicht wichtig war. Wenn man alles vergessen kann, ist man jeden Morgen aufs Neue der Größte.

In diesem Sinne: Macht die ‚Abendsonne‘ wieder großartig! Und jetzt reicht mir den Grießbrei – oder was auch immer das ist, was ich gerade essen wollte!“