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Feuer frei für Deutschland!

Veröffentlicht von Professor Kleinhirn am

Nahe Hürtgenwald in der Eifel mussten fast 2.000 Menschen evakuiert werden, weil ein Waldbrand eine Siedlung bedroht. Auch bei Soest in Nordrhein-Westfalen und Plauen in Sachsen kämpfen Feuerwehren gegen die Flammen. Friedrich Merz (CDU) dankte den Einsatzkräften am Freitag „für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“ und sicherte ihnen die Rente mit 67 zu, sofern sie immer schön fleißig weiter löschten und sich die Krankenstände auf ein Minimum reduzierten. „Brände löschen sich eben nicht von selbst, also die Hände raus aus den Hosentaschen und frisch ans Werk!“, ließ er am Rande seines wohlverdienten Urlaubs auf einem Wirtschaftstreffen verlautbaren, bei dem unter anderem auch Aufträge für sieben neue Gaskraftwerke und Langzeit-Lieferverträge für Frackinggas mit den USA unterschrieben wurden.

Auf die Frage, was zukünftig zur Brandprävention getan werden müsse, antwortete der Kanzler, man prüfe derzeit, wie sich die niedergebrannten Einöden kurzfristig in Naherholungsgebiete mit Investitionspotential für die Hotellerie und Immobilienspekulanten umwandeln ließen. „Wo kein Wald mehr ist, gibt es auch keine Waldbrände mehr. WIN-WIN!“ Die nicht vollständig verbrannten Holzreste könnten je nach Menge die Bedarfe an Grillkohle für die nächste Saison liefern oder den Bau neuer Kohlekraftwerke rechtfertigen. „Wir kommen um den Klimawandel nicht herum und müssen uns damit arrangieren. Warum ihn also nicht als Chance mitten in der Energiekrise begreifen?“

Schaut erstmal nicht ganz so gut aus

Unterdessen kündigte die Bundesregierung ein neues Sofortprogramm an: „Waldbrand 2030 – Feuer frei für Deutschland“. Ziel sei es, die durch den Klimawandel entstehenden Probleme künftig „nicht länger als Belastung, sondern als Wachstumschance“ zu betrachten.

„Wir müssen aufhören, ständig nur über die Folgen zu reden“, erklärte Merz. „Wenn es heißer wird, brauchen wir mehr Klimaanlagen. Wenn es trockener wird, brauchen wir mehr Löschflugzeuge. Und wenn es brennt, brauchen wir mehr Feuerwehren. Das schafft Arbeitsplätze und kurbelt die Wirtschaft an.“

In jeder Katastrophe liegt immer auch eine Chance, wie man auf jedem guten Managementseminar lernt

Ein Sprecher des Kanzleramts erklärte dazu: „Wir müssen endlich begreifen, dass ein abgebrannter Wald nicht verschwunden ist. Er hat lediglich seinen wirtschaftlichen Aggregatzustand verändert.“ Die Bundesregierung prüfe deshalb bereits, ob sich aus den Überresten der betroffenen Wälder CO₂-Zertifikate gewinnen ließen. „Schließlich wurde das Holz ja nicht aus Bosheit verbrannt“, sagte der Sprecher. „Es ist lediglich etwas schneller oxidiert als ursprünglich vorgesehen.“

Für die Zukunft sieht die Bundesregierung Deutschland jedenfalls gut aufgestellt. Man müsse lediglich aufhören, dem Wald hinterherzutrauern. „Wir können die Vergangenheit nicht zurückholen“, sagte Merz abschließend. „Aber wir können auf ihrer Asche etwas Neues bauen.“