Früher
Im Verlauf der letzten Jahre war ich oft im Ausland. Selbst in dunkelsten DDR-Zeiten bin ich nach Polen getrampt, um meiner Sucht nach internationalem Jazz und Blues zu frönen. Da habe ich zum ersten Mal Muddy Waters live ge
Ich hatte mich ein Jahr im Sinne von Staats- und Parteiführung benommen und war schon hart am Rand zur entwickelten sozialistischen Persönlichkeit (esP) angelangt – also durfte ich aus- und einreisen, ohne dass irgendwelche Ordnungsorgane einen Einwand hatten.

Der polnische Grenzer war begeistert
Das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, aber mein Hund verweigert
Das brachte mich auf eine Episode, die schon sehr lange zurücklag. Ich wollte wieder einmal zu den Nachbarn, nach Warschau. Zuvor musste ich einen Grenzübergang queren. Da ich selbst für damalige Zeiten etwas verwegen aussah – mit Vollbart bis über den Gürtel, einem NATO-Parka und sonstigen Utensilien, die generell verdächtig erschienen, zumindest den polnischen Grenzorganen –, wollten diese mich daraufhin gründlich filzen (das Gepäck untersuchen).
Obenauf in meinem Rucksack lag ein Paar alter, stinkender Socken, die dem behandsch
Was der Beamte nicht ahnte: Unter den Socken war, geruchsfest verschlossen, eine ziemlich große Salami, deren Einfuhr allerdings strikt verboten war! Die konnte ich dann im Land relativ gewinnbringend verkaufen. Im Polen Jaruzelskis herrschte zu dieser Zeit ein Fleisch- und Wurstmangel, und ich war dazumal eine arme Schlucker-Suppe, die auf jede monetäre Zusatzeinnahme angewiesen war.

Mit einer guten Salami konnte man schon immer Geld verdienen
Wären die Socken auch noch klebrig gewesen, stellt sich mir nun die Frage: Hätte ich schon damals als Vorreiter von Klimaaktivisten gegolten? Aber ach, ich vergaß – ich hatte ja keine vermö
