Hinsetzen – Die neue politische Bewegung erreicht Markscheid

Veröffentlicht von Phacops am

Hinsetzen! Das ist das Motto der neuen politischen Bewegung, die von der Partei der Raute ausgeht. Nachdem sich alle möglichen und unmöglichen Elemente in der deutschen Politik in sogenannten Bewegungen sammeln, braucht auch der erzkonservative Teil der Bevölkerung einen Hort, an dem er willkommen ist.

Jetzt, wo auch dem hinterletzten Bürger in der BRD aufgegangen ist (und dieses Wissen auch Markscheid erreicht hat), dass es mit dem “weiter so” in Berlin nicht weit her ist, blasen auch die Konversativen zum Sammeln. Das Motto war schnell gefunden, es leitet sich von der existierenden Arbeitsweise der großen Kollission ab.

“Hinsetzen” – Ein metaphorisches Meisterwerk von überzeugender  zweistufiger Symbolkraft:

In diesem Begriff findet sich nicht nur in der ersten Stufe die grandiose Abwärtsbewegung der Politik der letzten Jahre, sondern auch deren Abschluss: Der Arsch kommt auf der Sitzfläche mit einer leichten stempelartigen seitlichen Quetschung und Stauchung zum Stillstand, was sehr schön die Resultate und erreichten Ziele der besagten Politik ausdrückt.

Der Jungpolitiker Klaus Erdmann bei der Arbeit. Er entwickelt gerade ein neues Modell einer sogenannten Einzelversammlung

Zweite Stufe: Das Sitzen

Es beinhaltet dabei die Ruhe, die Kontemplation nur ab und zu gestört durch mögliche Sesselfurzgeräusche, aber dennoch stilisiert zur Raute, einem ungefähren schiefen Viereck, dem es nicht zu einem Quadrat gereicht hat. Die Sitzbewegung ist nun keine Bewegung mehr, sondern ein Kondensat einer einstmals stattgefundenen Bewegung, nun vollendet in meditativer Stagnation. Vor uns fürchtet sich der Fortschritt, das Alte, Bewährte, quasi Ausgedruckte konzentriert sich zu einer braunen Masse.

Aufbruch können andere, wir setzen uns hin für das Bewährte. Christliche Werte, die sich besonders in der bevorzugten Behandlung von Kindern und Jugendlichen (“lasst alle Kinderlein zu mir kommen”) artikuliert.
“Was seit Jahrtausenden nicht geahndet und verfolgt wurde, kann auch heute kein Fehler sein”, so die Große Vorsitzende. Wo die Zukunft unbekannt ist und nichts Gutes verheißt, muss man die Vergangenheit zur neuen Gegenwart machen.
“Sicherlich werden auch die Bürgerinnen und Bürger in diesem unserem Markscheid diese ruhende Kontinuität zu schätzen wissen.”

Die erste Versammlung in Marscheid wird mit einem großen Feuer mit mindestens 451° Fahrenheit und einer dazu gehörenden Hexenverbrennung gefeiert. Aus Gründen der Gleichberechtigung werden auch vereinzelte Männer einen aktiven Part in den Feierlichkeiten spielen. Angezündet werden die Feuer nicht mit Holz, sondern dem Zeitgeist entsprechend mit Büchern.

Dass die Mitglieder der Bewegung am Ende einsitzen werden, ist nur ein unfrommer Wunsch von anderen Sammlungsbewegungen.

Kategorien: Lokalpolitik