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Markscheider Weinfest

Veröffentlicht von Hans Wurst am

Markscheid (dpoi) – Auch das diesjährige Markscheider Weinfest steht wieder ganz im Zeichen der gepflegten Niedergeschlagenheit. Bereits am Eingang werden die Besucher gebeten, ihre gute Laune abzugeben. „Wir wollen, dass niemand das Fest mit einem positiven Gefühl verlässt“, erklärt Festleiter Hans Wurst. Dafür hat die Stadt ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm zusammengestellt.

Den Auftakt bildet der große „Abend der traurigen Filme“. Gezeigt werden ausschließlich Filme, bei denen selbst eingefleischte Optimisten nach spätestens 20 Minuten schweigend auf den Boden schauen. Besonders beliebt sei eine dreistündige Dokumentation über einen Mann, der seinen Regenschirm verliert und ihn trotz intensiver Suche nie wiederfindet.

Was für ein Fest!

Für Tierfreunde gibt es anschließend einen besonderen Programmpunkt: Im Rahmen der Veranstaltung werden kranke Haustiere eingeschläfert. Die Stadtverwaltung weist allerdings darauf hin, dass hierfür ausschließlich Tiere zugelassen sind, deren Besitzer eine entsprechende Einverständniserklärung und einen aktuellen Impfnachweis vorlegen können. „Wir wollten auch den Tierschutzgedanken integrieren“, so Wurst.

Für besondere Stimmung sorgt das „Kinderprogramm der gebrochenen Herzen“. Hier dürfen Kinder ihr allerliebstes Spielzeug mitbringen. Die Stadtverwaltung übernimmt anschließend die fachgerechte Zerstörung. Besonders beliebt: der Plüschhase, der seit der Geburt des Kindes jeden Abend im Bett lag und nun unter den Augen seines Besitzers in den Häcksler kommt.

Für Kinder, denen das noch nicht emotional genug ist, bietet die Stadt einen Bastelkurs an: „Meine erste eigene Enttäuschung“. Unter pädagogischer Anleitung dürfen die Kleinen Bilder von ihren schönsten Urlaubserinnerungen malen und anschließend mit schwarzer Farbe überstreichen.

Zwischendurch spielt die Markscheider Blaskapelle ausschließlich Lieder in Moll.

Was für ein Erlebnis!

Zum Abschluss des Festes findet am Sonntagabend die große „Nacht der verlorenen Hoffnungen“ statt. Jeder Besucher erhält einen kleinen Zettel und darf darauf schreiben, was er sich vom Leben noch wünscht. Die Zettel werden anschließend gesammelt und ungelesen verbrannt.

„Unser Weinfest ist ein Fest für die ganze Familie“, erklärt Hans Wurst. „Man kommt mit seinem Lieblingsspielzeug, seinem Haustier und guter Laune – und geht ohne alles wieder nach Hause.“ Die Stadtverwaltung rechnet auch in diesem Jahr mit einem Besucherrekord.

Das Markscheider Weinfest – drei Tage, die Sie so schnell nicht vergessen werden.