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Quitgame in Markscheid

Veröffentlicht von Phacops am

Nach den großen Erfolgen in Funk, Film und Fernsehen kommt es nun endlich nach Markscheid, dem Testmarkt für die Region und ganz Dunkeldeutschland!
Die über 16-jährigen Bürger einer auserwählten Gemeinde – zufällig wurde es Markscheid –  müssen sich gegen jede Menge an Boshaftigkeiten sowie gegen brutale Strafen durchsetzen. Es ist natürlich eine Tschälländsch, die nur bestehen kann, wer durch jahrelangen Verzehr von Pizzen einer bekannten und berüchtigten Pizzeria oder von Fischen eines missantropen Fischhändlers leidlich abgehärtet ist. Zudem kann der regelmäßige Genuss der Debatten im Gemeinderat, mit garantierten Spätfolgen wie blutende Ohren oder einem verquollenen Gehirn sehr zur Resistenz und Wettbewerbstauglichkeit beitragen. Edi “Bleifuss” Blitzer der Stadtrat mit der volkstümlichen Note wurde zwar immer wieder gewarnt, die Argumente seiner Reden nicht mit Böllern zu untermauern. Aber wir alle kennen ja den guten Edi….
Nun kurz zu den Spielregeln, die erst am Schluss des Spiels vollständig offen gelegt werden, wie auch im richtigen Leben.
Zu Beginn ist die Gemeinde und damit auch der grösste Teil ihrer Bewohner noch wohlhabend, alles geht seinen gewohnten Gang. Nachdem sich alle in Sicherheit wiegen und mit ihren Einsätzen etwas frecher werden, führt die Spielleitung, unabhängig von den tatsächlichen Mehrheiten im Gemeinderat, die ersten Verbesserungen ein. Die Markscheid-Mark und der berüchtigte letzte Pfennig werden aufgegeben und in Monopolygeld umgewandelt. Die Umwandlung obliegt dem Stadtrat und wird zusammen mit dem Einsammeln privater Schusswaffen organisiert. So spart man Logistikkosten. Die dadurch erzielten Gewinne könnten anderen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden, wenn man das wöllte. Hier fallen nun schon einige der Bürger in die Armut und scheiden aus. Sie werden öffentlich belobigt, geshitstormt  und bekommen das Teilnehmerzertifikat: 

LSD+,

(Looser, Spacko und Depp, 1. Klasse mit Eichenlaub).

So siehts aus.

Als nächstes geht es nun den wenigen noch funktionierenden Industrien an den Kragen, die durch höhere Abgaben und kompliziertere ökologische Auflagen in die Knie gezwungen werden. Insbesondere das Gesetz zur behördlichen Erfassung der Teilleistungen, bei denen jeder Prozessschritt auch der Lieferanten sorgsam geprüft, dokumentiert und in hundertfacher Ausfertigung abgelegt werden muss (natürlich unter der Wahrung des DSGVO, LmaA sowie des Dumpf by design), zwingt auch die gesündeste Firma in die Knie. Ausgenommen sind natürlich die alteingesessenen Fischhändler und Pizzaverantwortlichen und Devotionalienhändler, sowie die Waffenschmieden und die Mineralölindustrie. Dadurch sollte der Anteil der Einkommensteuerzahlenden drastisch reduziert werden, was zu einer erhöhten Armut und zum Verlottern der Infrastruktur des Testgeländes führen dürfte. Das ist gewollt, erhöht es doch den Spannungsfaktor und macht das Spiel sehr authentisch.
Die Einschleusung hunderter Katzen, Hunde und Kleinnager, die selbstverständlich versorgt werden müssen, reduziert die möglichen Versorgungsleistungen und Nahrungsgrundlagen der Bürger.
Schlussendlich werden durch die importierte Maul- und Klauenseuche, vor allem durch die entsprechenden behördlichen Gegenmaßnahmen auch noch die letzten Bürger enteignet oder sogar vollständig gebodigt.
Nur der Fitteste wird Überleben. Sicherlich auch in diesem Falle wieder diejenigen, die politisch dafür verantwortlich zeigen. Sie können sich mit den gewonnenen Millionen  ein gutes Leben in einer anderen Gemeinde machen und amüsieren sich von Ferne über die Verlierer, die auch morgen noch bei El die teigbasierte Sondermüllentsorgung vornehmen müssen oder im Devotionalienshop 100% echte Glücksknochen von Heiligen zu überhöhten Preisen oder gegen Fronarbeit erstehen, in der Hoffnung, damit die richtigen Lottozahlen herausfinden zu können.

Game over.

Wie die Redaktion vernommen hat, wurde der erste Testlauf des Prototyps dieses Games in Bielefeld durchgeführt. Die zwei Redaktoren, die zwecks Interviews mit Überlebenden dorthin gesandt wurden, sind leider nicht wieder zurückgekehrt und gelten als vermisst. Es ist möglich, dass sie bis heute auf der Suche nach Bielelefeld sind, oder dort – wenn angekommen – sehr hungrigen Loosern zum Opfer fielen.