Rückbau-Wahnsinn in Mitte: Warum das Berliner Schloss für den „Palast der Republik 2.0“ weichen muss
Berlin (dpoi) – Es war ein netter Traum, aber blicken wir den Tatsachen ins Auge: Die preußische Barock-Fassade des Berliner Schlosses ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Nach nur wenigen Jahren im Dienst der „Humboldt-Forum-Bespaßung“ hat der Berliner Senat nun den einzig logischen Schluss gezogen: Das Schloss kommt weg und der Palast der Republik kommt zurück.
Und zwar eins zu eins. Inklusive asbesthaltiger Ästhetik (natürlich simuliert durch nachhaltiges Bio-Polymer) und den legendären 1.001 Kugelleuchten.

Abschied vom Schloss
Experten sind sich einig: Das Schloss wirkt in der Berliner Mitte wie ein vergessener Hochzeitskuchen auf einer Techno-Party. „Wir haben versucht, uns mit dem Stuck anzufreunden“, erklärt eine Sprecherin der neu gegründeten Taskforce ‚Rückwärts immer!‘. „Aber seien wir ehrlich: In einem Gebäude, das vorgibt, 300 Jahre alt zu sein, aber nicht auch so riecht, kann man sich nicht authentisch unwohl fühlen.“
Der Trend geht zurück zum funktionalen Brutalismus mit Volkskammer-Charme. Während das Schloss lediglich Touristen mit Kameras anlockt, bot der Palast der Republik damals alles, was das Berliner Herz begehrt: Bowlingbahnen, Bockwurst und das wohlige Gefühl, unter gemütlicher Beobachtung zu stehen.
Der Abriss des Schlosses soll bereits im nächsten Quartal beginnen. Um Kosten zu sparen, wird nicht gesprengt, sondern „partizipativ abgetragen“. Berliner Hipster dürfen sich gegen eine Gebühr von 50 Euro jeweils einen Original-Sandstein aus der Fassade meißeln, um ihn als nachhaltigen Türstopper in ihren Neuköllner Altbauwohnungen zu verwenden.

Ohne Gedenkmünze geht in Berlin gar nichts
Was erwartet uns im neuen „Palast der Republik“?
- Die Rückkehr der Bronzeverglasung: Endlich sieht Berlin wieder aus wie durch eine Sonnenbrille aus dem Jahr 1976 betrachtet.
- Integration der Cloud: Die ehemalige Volkskammer wird zum größten Co-Working-Space der Welt umfunktioniert.
- Kulinarische Nostalgie: Das Sternerestaurant im Humboldt Forum wird durch eine stilechte Kantine ersetzt, die ausschließlich „Soljanka“ und „Jägerschnitzel“ aus Jagdwurst serviert.
Natürlich regt sich Widerstand bei den Spendern, die Millionen für die Rekonstruktion der Schlossfassade gegeben haben. Doch die Stadtverwaltung wiegelt ab: „Ihre Spende war eine Investition in den Kreislauf der Geschichte“, heißt es aus dem Rathaus. „Nichts symbolisiert Berlin mehr als das Abreißen von Dingen, die man gerade erst fertiggestellt hat.“