Völlig unbedeutender Störfall im AKW-Markscheid

Veröffentlicht von El Blindo am

Wie heute bekannt wurde, hat sich in den frühen Morgenstunden des gestrigen Sonntags ein kleiner, eher unbedeutender Vorfall im Atomkraftwerk „Markscheider Sternchen” ereignet. Siebzehn Löschzüge der Feuerwehren aller umliegender Gemeinden konnten in einem achtstündigen Einsatz alle Feuer in und um das Reaktorgebäude löschen. Die aufsteigenden Rauchschwaden sind bis heute auch schon erheblich heller geworden. Trotzdem hat MamM direkt bei der Bürgermeisterin telefonisch nachgefragt:

MamM: „Frau Crohn-Corque, gibt es irgendeinen Anlass zur Besorgnis für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nach dem Vorfall vom Sonntag?”

Beate Crohn-Corque: „Aber nein! Zur Panikmache gibt es nun wirklich keinen Grund. Unser AKW ist sicher.

1987 hat der Stadtrat beschlossen, einen besonders günstigen Reaktor vom Typ „Roter Stern” in der damaligen Sowjetunion zu kaufen. Im Vorjahr hatte es damals irgendeinen völlig unbedeutenden Vorfall in der Ukraine mit einem baugleichen Modell gegeben und dieser Umstand hat uns bei der Preisgestaltung doch sehr in die Hände gespielt. Wir haben unser Atomkraftwerk unter fachkundiger Beratung sowjetischer Spezialisten dann in Rekordzeit aufgebaut und es in Anlehnung an die Typbezeichnung der Russen „Markscheider Sternchen” genannt. Seither verrichtet das AKW in unserer Stadt seinen Dienst und abgesehen von kleineren Kühlwasseraustritten in die Emscher ist bisher immer alles glatt gelaufen.”

Bewährte und erprobte Technik – unser AKW „Markscheider Sternchen”

MamM: „Einige der Feuerwehrleute mussten sich noch während des laufenden Einsatzes am Sonntag heftig erbrechen und haben Blut gespuckt. Könnte das mit einem eventuellen Austritt von Radioaktivität zu tun haben?”

Beate Crohn-Corque: „Aber selbstverständlich nicht! In SherlOts Fischladen gibt es ja immer mal Sonderangebote. Die von ihnen geschilderten Symptome gehören da klar in den Bereich der Folgeschäden.”

MamM: „Schulkinder, die heute früh unterwegs waren, berichteten ihren Eltern von toten Vögeln, die in größerer Zahl auf den Wegen rund um das Atomkraftwerk herumliegen …”

Beate Crohn-Corque: „… und sie dürfen mir glauben, daß auch ich solche Folgen des Klimawandels in unserer Stadt mit einer gewissen Besorgnis beobachte. Schön, wie unsere Kinder ein waches Auge für diese Dinge entwickeln.”

MamM: „Wäre es nicht die richtige Entscheidung gewesen, wenigstens das für heute am Nachmittag geplante Kindersportfest direkt auf dem Vorplatz des Reaktors abzusagen?”

Beate Crohn-Corque: „Aber ich bitte sie, wie kann man nur auf die Idee kommen, diesen jungen Menschen mit einer Absage den Tag zu versauen? Die Kinder sind doch unsere Zukunft. Wenn ich in diese fröhlichen, strahlenden Gesi …”

MamM: „Frau Bürgermeisterin? Die Telefonleitung ist so schlecht, wir verstehen sie gerade kaum …”

Beate Crohn-Corque: „Ist ja auch eine große Distanz zwischen Markscheid und meinem derzeitigen Aufenhaltsort hier im schönen Wladiwostok. Sonntag wurde ich von russischen Freunden eingeladen, mal bisschen bei ihnen zu entspannen und noch am gleichen Tag saß ich im Flieger. Aber macht euch daheim keine Sorgen, irgendwann im Laufe der nächsten 50.000 bis 100.000 Jahre komme ich wieder zurück nach Markscheid. Bis dahin ist jedenfalls die nächtliche Straßenbeleuchtung gesichert und sie schimmert völlig klimaneutral herrlich grün.”

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