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Zugausfälle: Begründung jetzt per Zufallswiedergabe

Veröffentlicht von Hans Wurst am

Reisende an deutschen Bahnhöfen dürfen sich freuen: Die Deutsche Bahn hat endlich Ordnung in ihr Entschuldigungssystem gebracht. Statt jedes Mal mühsam neue Gründe für Verspätungen zu erfinden, setzt man nun auf bewährte Technik, auf eine Playlist mit Zufallswiedergabe.

„Sehr geehrte Fahrgäste, wir bitten um Entschuldigung für die Verspätung aufgrund von… technischen Störungen am Fahrzeug“, tönt es aus dem Lautsprecher. Zwei Minuten später folgt der Remix: „…wegen einer kurzfristigen Reparatur an der Strecke“. Und wer lange genug wartet, bekommt als Bonus-Track noch „…aufgrund verspäteter Bereitstellung des Zuges“. Klassiker sterben eben nie.

So eine Zugfahrt macht richtig Spaß

Insider berichten, die Playlist heiße intern „Greatest Hits der Unpünktlichkeit – Vol. 27“. Ganz oben in den Charts: „Verspätung aus vorheriger Fahrt“, dicht gefolgt von dem zeitlosen Evergreen „Personalausfall“. Saisonale Specials wie „Witterungsbedingte Einschränkungen“ laufen im Winter besonders häufig, während im Sommer gerne „Störung an der Klimaanlage“ eingestreut wird. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Die Zufallsfunktion sorgt zudem für Spannung am Bahnsteig. Fahrgäste fragen sich nicht mehr ob der Zug zu spät kommt, sondern welcher Grund diesmal gewinnt. Manche bilden bereits Tippgemeinschaften. „Ich hatte auf Signalstörung gesetzt“, sagt ein Pendler enttäuscht, „aber es wurde dann doch wieder die Weichenstörung.“

Die Deutsche Bahn zeigt sich zufrieden: „Durch die Automatisierung sparen wir Zeit, die wir sinnvoll nutzen können – zum Beispiel, um neue Entschuldigungen zu produzieren.“ Gerüchten zufolge arbeitet man bereits an einem Premium-Abo, bei dem Fahrgäste ihre Lieblingsausrede vorab selbst auswählen können.