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Aufruhr bei der MamM!

Veröffentlicht von Herbert Schwaderlapp am

Wie jetzt bekannt wurde, schreibt der aktuelle Zeitgeist vor, dass man Texte jedweder Art durch eigene Geisteskraft aus dem Kopf drücken muss, wenn man nicht vom Boulevard gemetzelt werden will.
Bei der eilig und mitten im Urlaub einberufenen Redaktionskonferenz herrschte allgemeine Ratlosigkeit. Wie soll man jemals wieder einen Artikel veröffentlichen können, ohne diesen aus zufällig zusammengesetzten Copy&Paste-Versatzstücken, quer durch das Internet zusammengesucht, hinzukleistern. Gerade durch dieses Patchworkverfahren wird doch sichergestellt, dass genau diese Kombination von Textfragmenten wahrscheinlich noch niemals publiziert worden ist.

Und genau so wurde bislang wissenschaftliche Arbeit definiert, wie ein vollkommen unbekannter Professor, der bei der Redaktionskonferenz als Gastredner geladen war, hier aber lieber nicht namentlich genannt werden möchte, überzeugend referierte. Nur so kann nämlich sichergestellt werden, dass das, was man schreibt auch der Wahrheit entspricht. Je öfter Texte veröffentlicht werden, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie auch stimmen, das ist ja logisch. Je öfter Texte veröffentlicht werden, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie auch stimmen, das ist ja logisch. Je öfter Texte veröffentlicht werden, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie auch stimmen, das ist ja logisch.

Wo sind die goldenen Zeiten hin, in denen man seine Bücher noch hemmungslos von anderen zusammenkopieren konnte?

Man sollte nur darauf achten, dass ab und zu ein paar Worte verschoben oder durch Synonyme ersetzt werden, damit der aufmerksame Leser jedes Mal den Eindruck hat, eine vollkommen neue Information zu erhalten. Auch historisch betrachtet ist es unbestritten, dass die Kopierkunst geradezu als Quelle des Journalismus gilt. So haben sich viele Klöster im Mittelalter jahrhundertelang einen hervorragenden wissenschaftlichen Ruf dadurch erworben, dass sie bereits vorhandene Texte abgeschrieben und nur durch Verzierungen und Schnörkel als eigenes Machwerk gekennzeichnet haben.

Auch zum umstrittenen Thema Quellenangaben äußerte sich der Professor: Diese werden im Allgemeinen überbewertet. Zu viele davon irritieren den Leser nur und lenken vom aufmerksamen Studium des Artikels ab.

Die MamM-Redaktion atmete erleichtert auf und begab sich direkt wieder in den verdienten Urlaub.