Bundeswehr zieht aus Grönland ab – Ortskräfte übernehmen
Berlin/Nuuk (dpoi) – Es ist ein Meilenstein deutscher Militärgeschichte: Die 15 Bundeswehrsoldaten, die vom 16.01.2026 bis 18.01.2026 an einer Erkundungsexkursion in Grönland teilgenommen haben, sollen das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit erhalten. Gewürdigt wird ihr außergewöhnlicher Mut, drei Tage lang Wind, Eis und sich selbst ausgesetzt gewesen zu sein. Ihren Job übernehmen jetzt Ortskräfte der grönländischen Walross-Brigade.
Laut Verteidigungsministerium habe es sich um eine „einsatzgleiche Belastung“ gehandelt. Die Soldaten mussten unter extremen Bedingungen bestehen: Klirrende Kälte, monotone Landschaften und die ständige Unsicherheit, ob das WLAN jemals wieder auftaut.
„Tapferkeit beginnt dort, wo der Thermobecher leer ist“, erklärte ein Sprecher. „Und sie endet nicht automatisch nach 48 Stunden.“

Grönländische Ortskräfte
Die Exkursion, offiziell als „strategische Geländeerkundung“ bezeichnet, bestand aus Marschübungen, Lagebesprechungen und dem wiederholten Feststellen, dass es in alle Richtungen gleich aussieht. Besonders herausfordernd sei gewesen, so ein Teilnehmer, „dass man nie sicher war, ob man vorwärts geht oder im Kreis“.
Die Auszeichnung soll insbesondere den Mut anerkennen, sich freiwillig für die Reise gemeldet zu haben, obwohl allen Beteiligten klar gewesen sei, dass Grönland im Januar „klimatisch eher defensiv“ auftrete. Zudem habe die Gruppe geschlossen auf die Frage „Warum eigentlich?“ keine überzeugende Antwort gefunden, ein klassisches Merkmal moderner Auslandserfahrung.
Die 15 Soldaten selbst zeigten sich gerührt. „Wir wollten keinen Orden“, sagte einer von ihnen. „Wir wollten eigentlich nur zurück. Aber wenn man uns schon auszeichnet, nehmen wir das natürlich tapfer an.“