Weiterlesen…" /> ?>

Der Streit der Autoren

Veröffentlicht von Ambros Braesius am

Nicht lange nach dem letzten Kongress der organisierten Nihilisten, über den es naturgemäss nichts zu berichten gibt, entzündete sich in der Markscheider Kulturszene eine heftige Diskussion bis hin zu Handgreiflichkeiten. Es ging darum, welcher der Autoren, die der MamM ihr unverwechselbares, originelles Gesicht verleihen, wohl der oder die oder das Schrägste sein könnte, der/die/das jemals in der MamM seine Stimme erhoben hat und erheben wird. Diese Frage entstand bei einem gemütlichen Zusammensitzen in der Kneipe „zum vorletzten Glas“, wo Phacops und Braesius bei mehreren Bieren zusammen sassen und ins Philosophieren gerieten.

Das zunächst friedliche Gespräch artete bald aus, weil sie sich nicht einigen konnten, wer von ihnen bisher die perverseren Artikel veröffentlich hatte. Jeder beanspruchte diesen Ehrentitel für sich, die Blutdrücke stiegen, die Lautstärke auch und schliesslich nahm der Braesius ein Kruzifix aus der Kutte und hieb es dem nicht vorbereiteten Phacops auf die Kappe. Nun ging es rund: Phacops nahm seinen noch vollen Humpen und leerte ihn Braesius über den Kopf, ein zufällig in der Kneipe ankommender Fischhändler sah seine Stunde gekommen und begann, wahllos nach allen Seiten auszuteilen. Dabei lösten sich eine bereits recht weiche Flunder und zwei Aale noch gänzlich in ihre Einzelteile auf. Entgegen anderslautenden Gerüchten spielten dieses Mal die fliegenden Flachknödel aus El Blindos Pizzeria keine entscheidende Rolle beim Kampfverlauf. 

Dieses typähnliche Bild zeigt das Beispiel einer sich anbahnenden fruchtbaren Diskussion (Links im Bild sehen wir ein Archivbild unseres verstorbenen Koukols im Fachgespräch mit einem Verdächtigen)

Wir blenden den weiteren detaillierten Vorgang dieser Kneipenrauferei aus und kommen zum Schluss: Die drei Protagonisten lagen zwischen Fischteilen und Trümmern des Mobiliars am Boden, hielten sich die Bäuche vor Lachen und rappelten sich mit diversen Blessuren wieder auf. Sie tranken auf ewige Brüderschaft und schwankten recht schlagseitig, aber zufrieden darüber, wieder mal Teil einer zünftigen Keilerei gewesen zu sein,  ihrem Zuhause entgegen. Die Frage aber, um die es eigentlich ging, blieb vorläufig ungelöst.

Um dies aber für alle Zeiten zu klären, organisierte der geschätzte Stadtrat für Brot und Spiele, Freddy Blitzer, eine öffentliche Diskussionsrunde, die irgendwann mal im Markscheid TV ausgestrahlt werden wird. Falls Markscheid TV eventuell mal wieder auf Sendung  gehen kann. (Wir wissen ja um die Probleme des blamablen Antennenschwundes und des ebenfalls verschwundenen, wahrscheinlich geklauten Studio-Equipements; Anm. der Red.)

Eingeladen waren die Sachverständigen Kriminalrat Möller vom Bundeskriminalamt, Bürgermeisterin Crohn-Corque (online zugeschaltet aus Fidschi),  Markscheids einziger und bester Psychiater Prof. Dr. Sigi de Crinis, und Pastor Gottlieb Knäbler, der katholische Pfarrer. 

Moderiert wurde die Runde von einem nicht genannt sein wollenden Anonymen, der maskiert mit einem Richterhammer hinter einem Pult sass und das Wort erteilte oder auch wieder wegnahm.

Da der Diskussionsverlauf das übliche selbstdarstellerische Expertengeschwurbel zeitigte, sollen hier nur kurz die Essenzen der abgesonderten geistigen Ausflüsse zusammengefasst werden:

Kriminalrat Möller: „Je mehr Blut, desto krimineller und darum perverser. Der Perversionsgrad der Artikel kann somit mit der Menge des vergossenen Blutes klar bestimmt werden.“

Prof. Dr. med. Sigi de Crinis: „HäHä, natüürlich, es ist seit 90 Jahren erwiesen, dass bestimmte Rassen perverser sind als andere. Welcher Rasse unsere Autoren und deren Schundartikel zuzuordnen sind, müsste und sollte mit DNA-Untersuchungen analysiert werden.“

Frau Bürgermeisterin Crohn-Corque: „ Der Grad der Perversion zeigt sich ganz klar in regierungs- und staatsfeindlichen Äusserungen; wir müssen wachsam bleiben, damit wir es schaffen!“

Pastor Gottlieb Knäbler: „Ich kann in der Anmut von Kinderkörpern rein gar nichts Perverses sehen, Gott möge sie und ihre Lieblichkeit beschützen, Amen!“

(Die Meinung der Redaktion deckt sich nicht unbedingt mit den hier geäusserten Expertenmeinungen! Anm. der Red.)