Der Unvermisste
Markscheid (dpoi): Die großangelegte Suchaktion nach einem seit Tagen vermissten jungen Mann im Fickwalder Forst hat am Wochenende ein bemerkenswertes Zwischenergebnis hervorgebracht: Der Vermisste konnte zwar nicht gefunden werden, dafür jedoch die Leiche eines Mannes, dessen Verschwinden bislang niemand bemerkt hatte.
Die Einsatzleitung sprach von einem „durchaus unerwarteten Sucherfolg“. Man habe zwar gezielt nach einer lebenden Person gesucht, sei aber stattdessen auf einen Toten gestoßen, der sich nach ersten Erkenntnissen gar nicht in der Kategorie „vermisst“ befunden habe.

Die Spurensicherung sichert die Spuren des Unvermissten
„Normalerweise suchen wir Vermisste und finden entweder Vermisste oder nichts“, erklärte ein Sprecher der Gemeinde. „Dass wir stattdessen einen Unvermissten finden, erweitert natürlich das statistische Spektrum unserer Arbeit erheblich.“
Verwirrung herrschte zunächst bei den Behörden. Da der aufgefundene Mann nicht als vermisst gemeldet worden war, musste zunächst geklärt werden, ob sein Auffinden überhaupt als Auffinden gewertet werden könne. Ein eigens gebildeter Arbeitskreis soll nun untersuchen, ob jemand gleichzeitig tot und nicht vermisst sein kann, ohne dadurch den Suchauftrag zu gefährden.

Verdammt viel Aufwand für einen, der gar nicht vermisst wird
Im Rathaus zeigte man sich vorsichtig optimistisch. Frau Bürgermeisterin Crohn-Corque sprach von einer „wichtigen Standortbestimmung“. Zwar sei der gesuchte junge Mann weiterhin unbekannten Aufenthalts, jedoch habe die Suchaktion bewiesen, dass sich im Fickwalder Forst tatsächlich Personen befinden können.
Kritik kam derweil aus Teilen der Bevölkerung. Einige Bürger bemängelten, dass die Suchtrupps offenbar Schwierigkeiten hätten, zwischen gesuchten und ungesuchten Personen zu unterscheiden. Andere verwiesen darauf, dass die Entdeckung eines bislang unentdeckten Toten immerhin belege, dass die Einsatzkräfte grundsätzlich in die richtige Richtung blickten.

September 2025: Auch damals wurde der Unvermisste nicht vermisst, hat aber wenigstens noch gelebt
Für die kommenden Tage sind weitere Suchmaßnahmen geplant. Die Hoffnung bleibt, dass der Vermisste gefunden wird, bevor versehentlich noch weitere Personen entdeckt werden, nach denen gar nicht gesucht wurde.
Der Fickwalder Forst bleibt bis auf Weiteres geöffnet. Besucher werden jedoch gebeten, sich bei einem möglichen Ableben rechtzeitig als vermisst melden zu lassen, um den Behörden die Zuordnung zu erleichtern.