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Feinstaubbelastung in Markscheid

Veröffentlicht von Hans Wurst am

“Der Rubicon ist am überlaufen! Wir müssen handeln, bevor es später wird! Wir haben die Natur nur an unsere Enkel verkauft und zurückgeleast!“ Bürgermeisterin Crohn-Corque findet in der gestrigen Bürgerfragestunde klare Worte zu den aktuellen umweltpolitischen Themen.

Die aktuelle Entwicklung der Feinstaubbelastung in unserer Stadt lässt den von der Deutschen Umwelthilfe e.V. getriebenen Verantwortlichen derzeit keine andere Wahl. Seit Jahren steigt die Luftbelastung in der Innenstadt, obwohl sich die Anzahl der Fahrzeuge nicht erhöht hat und aufgrund der demografischen Entwicklung sogar mit einem leichten Rückgang der Fahrzeugzahlen gerechnet wird. Die bisherige alleinige Schuldzuweisung an die Automobilindustrie wird durch die Markscheider Stadtverwaltung deshalb in Frage gestellt.

Eigene Ermittlungen haben ergeben, dass die wahre Ursache der Luftbelastung im natürlichen Umfeld zu suchen ist. Ausgetrocknete Waldwege, auf denen Wanderer und Radfahrer in den Sommermonaten Staub aufwirbeln, sind da nur ein Puzzleteil im großen Mosaik, so Crohn-Corque. Gerade jetzt im Frühjahr ist die Luftverschmutzung durch den Pollenflug der Linden und Birken für alle bemerkbar. Ein Zustand der, auch im Interesse der Allergiker, so nicht mehr hingenommen werden kann. Hinzu kommt die Vielzahl der tierischen Waldbewohner, die zu Luft und zu Lande in ekelerregender Weise ihre Notdurft verrichten und die Luftqualität so weiter belasten. Alleine die stillen Furze der Igel im Tannenwald ergeben zusammengerechnet den Methanausstoß einer argentinischen Rinderfarm, so die sichtlich aufgebrachte Bürgermeisterin. Aufgewirbelte Erde beim Graben der Baue von Fuchs und Hase wird nach dem Kahlschlag endlich Geschichte sein, die Lärmemission durch Rotwild und Vögel wird deutlich gesenkt. Mit dem Abholzen des Waldstückes soll weiterhin eine Gefahrenquelle für Radfahrer entfallen, Stürze über Wurzeln und auf ausgewaschenen Wegstücken sollen nunmehr der Vergangenheit angehören.

Staub lässt sich auch bekämpfen

Aus dem geschlagenen Holz des Forstes soll zum einen die bisher weltgrößte Saunaerlebnislandschaft entstehen. Ein Highlight, welches umfangreiche Damen und Herren aus aller Welt nach Markscheid locken soll und die seit Jahren am Boden liegende Tourismusbranche beleben wird. Große Teile des bisherigen Waldbereiches werden zukünftig versiegelt und stehen als Parkplatz zur Verfügung. Eine Teilnutzung als Rennstrecke sei denkbar.

Ein Großteil des geschlagenen Holzes wird für ein sogenanntes Hexenfeuer genutzt, welches vom 30.04. bis zum 29.04. dauern soll. Ein Event, durch welches sich Markscheid einen Eintrag ins das Guinness-Buch der Rekorde erhofft.

Kategorien: Umwelt