Hilfe für Nepal
Markscheid/Peking/Kathmandu (dpoi) – Nach den verheerenden Überschwemmungen im Grenzgebiet zwischen China und Nepal ist nun endlich professionelle Hilfe unterwegs: Eine deutsche Delegation der Hilfsorganisation „Consultants ohne Grenzen“ macht sich auf den Weg ins Katastrophengebiet.
Die fünfköpfige Delegation besteht aus zwei Unternehmensberatern, einer Prozessmanagerin, einem Change-Manager und einem Spezialisten für „ganzheitliche Krisenkommunikation“. Unterstützt werden sie von einem externen Moderator, der allerdings erst ab Donnerstag Zeit hat.

Ein hochprofessionelles Team
„Wir können die Wassermassen natürlich nicht wegmachen“, erklärte Delegationsleiter Dr. Rainer Wörgfloh bei der Abreise. „Aber wir können gemeinsam mit den Betroffenen eine Roadmap entwickeln, wie man künftig besser mit Wasser umgeht.“
Im Gepäck befinden sich 47 PowerPoint-Präsentationen, drei Moderationskoffer, 180 Haftnotizen in vier Farben und ein 96-seitiger „Leitfaden zur agilen Bewältigung hydrologischer Herausforderungen“.
Besonders wichtig sei zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme.
„Wir müssen herausfinden, wo genau das Problem liegt“, so Wörgfloh. „Ist es das Wasser? Sind es die Flüsse? Oder vielleicht die fehlende Resilienz der Stakeholder?“
Dazu soll vor Ort zunächst ein zweitägiger Workshop mit dem Titel „Flooding 4.0 – Gemeinsam trocken in die Zukunft“ stattfinden. Anschließend sei ein Stakeholder-Mapping vorgesehen.
Die eigentliche Soforthilfe soll dann in einem mehrstufigen Transformationsprozess erfolgen. Phase eins bestehe aus der Definition von Vision und Mission, Phase zwei aus der Identifikation von Quick Wins und Phase drei aus der Entwicklung einer nachhaltigen Wasserstrategie.
„Wir rechnen damit, dass wir bis Ende der Woche zumindest einen ersten Entwurf haben“, zeigte sich Wörgfloh optimistisch.
Die Delegation bittet die Bevölkerung unterdessen um Verständnis dafür, dass sie selbst keine Sandsäcke mitführt.
„Das wäre operativ“, erklärte die Prozessmanagerin. „Wir sind für die strategische Ebene zuständig.“

Dr. Wörgfloh hat viele wirklich schöne Ausweise dabei
Immerhin habe man bereits einen wichtigen Erfolg erzielt: Nach einem dreistündigen Videocall mit europäischen Experten sei man zu der Erkenntnis gelangt, dass Wasser grundsätzlich nass ist.
Als Nächstes soll geprüft werden, ob sich daraus Fördermöglichkeiten im Rahmen eines EU-Programms ergeben.
Sollte die Lage vor Ort weiterhin eskalieren, sei man vorbereitet. „Dann führen wir einen Lessons-Learned-Workshop durch“, kündigte Wörgfloh an. „Und wenn alles vorbei ist, erstellen wir einen Abschlussbericht darüber, warum man beim nächsten Mal früher hätte anfangen müssen.“
