Operation Faulibär
MARKSCHEID (dpoi) – Es sind schwere Zeiten für die lokale Informationspflicht, aber exzellente Zeiten für das kollektive Seelenheil. Wie die Chefredaktion des investigativen Leitmediums „Markscheid am Mittwoch“ heute in einer feierlichen, von sanften Harfenklängen untermalten Pressemitteilung bekannt gab, wird der Betrieb mit sofortiger Wirkung bis Ende August heruntergefahren. In dieser Zeit erscheinen nur unregelmäßig, dafür aber zu den absurdesten Zeiten Beiträge.
Grund dafür ist das streng geheime, aber dringend notwendige strategische Manöver „Operation Faulibär“.
„Wir haben in den letzten Monaten so viel voller Achtsamkeit und Entschleunigung berichtet, dass wir die Schwingungen quasi absorbieren mussten“, erklärt ein sichtlich tiefenentspannter Redakteur, während er versucht, eine Schreibmaschine in eine Hängematte einzubauen. „Journalismus lebt von der Präsenz. Und wir sind jetzt einfach mal… woanders präsent. Am See zum Beispiel.“

Das Leitbild der Redaktion
Das Konzept der „Operation Faulibär“ basiert auf einer radikalen Arbeitsverweigerung zum Schutze der mentalen Gesundheit. Die Leitlinien für die kommenden Wochen sind im Redaktionsstatut fest verankert:
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Recherche-Stopp: Das investigative Nachbohren im Markscheider Stadtrat wird durch das meditative Nachbohren im linken Nasenloch ersetzt.
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Erreichbarkeit: Das Redaktionstelefon wurde in einen Eimer mit Kamillentee gelegt, um die eingehenden Anrufe direkt zu beruhigen.
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Krisenmanagement: Sollte in Markscheid ein Großereignis stattfinden (z.B. das Umkippen eines Bierlasters am Kreisverkehr), wird dieses Ereignis nicht dokumentiert, sondern im Geiste der Awareness einfach „angenommen und weggelächelt“.
Ab September – sofern das Universum es so will und die Hängematten-Gurte halten – wird die Redaktion eventuell die Arbeit wieder voll aufnehmen. Bis dahin empfiehlt „Markscheid am Mittwoch“ allen Abonnenten: Atmet tief ein, schaut dem Bären beim Chillen zu und lasst die Realität einfach mal links liegen.