Aus der Reihe: Berühmte Töchter und Söhne Markscheids: Kloisis Nachfolger, der Imker Fridolin

Veröffentlicht von Ambros Braesius am

Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an unseren Kloisi, Markscheids genialen und verrückten Insektenforscher und beinahe-Nobelpreisgewinner Klaus Edgar Raupenbeiss, eben „unseren Kloisi“, der mitten aus seinem erfüllten Forscherleben gerissen wurde, als er mit Hornissen kommunizierte. Sein Wirken für Markscheid und die ganze Welt wurde hier am 19.11.2018 ausführlich gewürdigt.

Lange tat sich in Markscheid auf dem Gebiet der Insektenforschung nach Kloisis Tod nichts mehr, bis das Rathaus von einer Zeckenplage heimgesucht wurde. Und zwar richtige Zecken, also nicht die, die sich mit SteuergeIdern vollsaugen und nur heisse Luft oder Mist produzieren (den dann andere entsorgen müssen).
Echte Zecken d.h.: Ixodes ricinus oder der ganz gemeine Holzbock. Und gemein ist nur der Vorname dieses hinterhältigen Blutsaugers!
Immer öfter beklagten sich die Ratsdamen und – Herren also, dass sie von Zecken befallen seien. Zunächst versuchten sie es geheim zu halten. Es war ihnen peinlich, wenn abends oder bei Meetings beim Ausziehen die vollgesogenen Parasiten zu Boden ploppten, massenweise aus den Unterhosen und Schlüpfern und Socken hervorwimmelten; irgendwann war es genug. Die Behörden liessen den berühmten Kammerjäger Fridolin Schwirrbein kommen.

Schwirrbein war zwar von Beruf Imker, hatte aber einen abgrundtiefen Hass gegen parasitäre Milben, zu denen auch Zecken gehören, weil diese Arschlöcher bzw. ihre Verwandten ihm schon einige Bienenvölker abgemurkst hatten.
Es war also dieser Hass, der ihn zu einem der erfolgreichsten Zeckenjäger ganz Mitteleuropas gemacht hatte. (Ein Beruf, der übrigens schwer im Kommen ist. Anmerkung der Redaktion)
Er kam, sah und wusste: Hier stimmt etwas nicht! Warum trat diese Invasion vor allem im Rathaus auf? Jemand machte ihn auf Kloisis Hinterlassenschaft aufmerksam und er begann dessen Forschungsarbeiten, soweit noch lesbar, nach Notizen zu den einheimischen Zecken zu durchforsten.
Er fand einige interessante Bemerkungen, auf den Rand einer alten Zeitung gekritzelt::
„Schmecken seifig-metallisch, vollgesogen aber weniger knusprig, leben an feuchten Orten, wo CO2 produziert wird, das sie mit ihren Beinen riechen können. Hähähähä.!! Ich will auch mit den Beinen riechen können – Warme, feuchte Luft zieht sie an. Bei direkter Sonnenbestrahlung gehen sie ein – wegen UV-Licht oder Hitze?, muss ich noch testen “

Kloisi beim Geschmackstest, ausnahmsweise benutzt er hier Messer und Gabel

Nun war klar, warum das Rathaus und seine Benutzer ein wunderbares Habitat für die Zecken boten.
Er liess die Büsche roden und das Unkraut schneiden, also quasi das ganze Biotop, das sich mittlerweile schon wieder im Ratssaal zwischen den Bodenplatten und ums Rednerpult breit gemacht hatte im ganzen Dreck, den die Leute da so liegen liessen. Aber er wunderte sich schon, weil die letzte Rodung erst vor 3 Jahren nach den letzten Wahlen gemacht worden war. Als er das Dach entfernen wollte, um der Sonne ungehinderten Zugang zum Ratsaal zu schaffen, legte Frau Crohn-Corque ihr Veto ein. Sie machte geltend, dass ein dachloser Ratsaal für die Frisuren der Behördenmitgliederinnen schädlich sei. Ausserdem gebe es in der zivilisierten Welt keinen Ratsaal ohne Dach. Ausser in der Schweiz. Aber die sei ja nicht in Europa und von unbestimmtem Zivilisationsgrad.

So kam es, dass das Rathaus und der Ratsaal weiterhin düster – dämmrig und etwas pilzig-feucht blieben und die Zecken so nur zu etwa 50% entfernt werden konnten. Schwirrbein war trotzdem nicht unzufrieden, weil er wusste, dass man ihn bald wieder rufen würde. Als er noch länger darüber nachdachte, gefiel ihm die Idee so gut, dass er sich entschloss, in Markscheid zu bleiben und Kloisis Forschungen weiter zu führen. Es ist also gut möglich, dass wir Weiteres über ihn berichten müssen, wenn er sich noch intensiver Kloisis Forschungen und Gedankenwelt zu eigen gemacht hat.