Der Golem im Krankenzimmer
Wer kennt nicht die alte Geschichte über Rabbi Löw und seinem tönernen Golem, der dazumal Schrecken in der Stadt Prag verbreitete? Zum Glück waren es damals nur Legenden und Märchen über den künstlichen irdenen Mann, dem Gustav Meyrink 1915 durch seinen Roman „Der Golem“ ein literarisches Denkmal setzte. Zuvor wurde das Motiv von Jacob Grimm und E.T.A. Hoffmann verwendet. Der Golem, ein künstlicher Mensch, ist heute unter uns. Wenn auch in anderer, gefälligerer Form, so wird er für vielfältige Aufgaben verwendet,
Eines der bekanntesten Anwendungsgebiete ist so z.B. die Pflege. Um den Pflegenotstand zu mildern, dem Pflegepersonal Erleichterungen zu verschaffen, werden immer mehr Roboter eingesetzt bzw. sind in Planung. Ich selbst habe vor mehreren Jahren den Probelauf eines solchen in Bad Liebenstein gesehen. ROREAS, so war sein Name, konnte viel und hatte für einen Prototyp erstaunliche Fertigkeiten. So brachte er Patienten zu ihren Zimmern und konnte Auskunft über gesuchte Orte in der Klinik geben.

Echt netter Typ: Der Golem
Immer mehr dieser Maschinen werden in Kliniken und Altenheimen eingesetzt. Offiziell dienen sie der Erleichterung für das Personal auf hohem Niveau. Was nicht gesagt wird ist, daß sie unterm Strich natürlich der Kosten- und Personaleinsparung dienen. Kliniken und Heime arbeiten zumeist gewinnorientiert und setzen diese „Golems“ nicht unbedingt rein aus Menschenfreundlichkeit ein. Sie wollen letztendlich Gewinn machen.
Ich persönlich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, daß eine künstliche Intelligenz (KI) meine letzten Wege begleitet. Lebende Menschen sind mir da schon wesentlich lieber, zumal bisher keine KI einen Sinn für Wärme und Humor entwickeln konnte. Zumindest mir ist da nichts bekannt.
Vielleicht sehen das viele anders, aber meinen Sinn für Würde verletzt es bestimmt, wenn mich ein Cyborg bemuttern und möglicherweise verabschieden würde.