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Ihre Heizung macht komische Geräusche? Das können Sie dagegen tun!

Veröffentlicht von El Blindo am

Die kalte Jahreszeit ist da, und mit ihr der alljährliche Höhepunkt der deutschen Wohnkultur: Das Konzert der Heizungsanlage. Wenn Ihre Heizkörper nicht nur heizen, sondern auch noch eine verblüffende Bandbreite an avantgardistischen Klängen produzieren, sind Sie kein Opfer eines Defekts. Nein, Sie sind stolzer Besitzer eines akustischen Erlebnisraums!

Doch leider fehlt es vielen Musik-Banausen unter uns am Verständnis für diese moderne Komposition. Hier unser umfassender Leitfaden, wie Sie das Beste aus Ihrer geräuschvollen Heizung herausholen. Oder sie zumindest zum Schweigen bringen.

1. Die Geräuschanalyse: Wer spielt da eigentlich?

Bevor Sie zur Tat schreiten, sollten Sie das Genre bestimmen:

Das Glucksen / Blubbern: Der Heizkörper hat sich für eine Karriere als Unterwasser-Vulkan entschieden. Ursache: Luft im System. Experten-Tipp: Nennen Sie es „Ambient Ocean Waves“. Stellen Sie Ihr Bett näher an den Heizkörper, um die volle Wellness-Erfahrung zu genießen.

Das Knacken / Klopfen: Das sind die Heizungsrohre, die sich ausdehnen. Denken Sie daran: Material hat Gefühle! Es protestiert lautstark gegen die plötzliche Temperaturanpassung. Die Sofortmaßnahme: Flüstern Sie beruhigende Worte an die Rohre. Wenn das nicht hilft, klopfen Sie sanft, aber bestimmt zurück. Zeigen Sie, wer das Alphatier im Raum ist.

Das Pfeifen / Zischen: Höchstwahrscheinlich hat ein kleiner Teekessel in Ihrer Anlage sein Zuhause gefunden. Ein Zeichen für zu hohen Druck oder eine zu eng eingestellte Armatur. Die kreative Lösung: Nutzen Sie das Pfeifen, um Ihre Eier zu kochen! Oder stellen Sie eine Stoppuhr: Sobald der Ton einsetzt, wissen Sie, dass die nächste Rechnung kommt.

Das monotone Brummen (Tiefbass): Dies ist die Pumpen-Hymne, die besagt: „Ich arbeite, und zwar zu hart!“ Die spirituelle Antwort: Versuchen Sie, sich auf das Brummen einzulassen. Vielleicht finden Sie Ihre innere Mitte in der Frequenz 42 Hz.

Gepflegte Heizkörper in sauberer Umgebung

2. Die revolutionären Maßnahmen – Schluss mit der Lärmbelästigung!

Sollten Sie tatsächlich den drastischen Wunsch verspüren, die Geräuschproduktion zu beenden, haben wir hier die absolut einfachsten und von Fachleuten nur selten empfohlenen Schritte:

A. Die Entlüftungs-Odyssee (Das Glucksen)
Was Sie brauchen: Einen Entlüftungsschlüssel (den Sie natürlich nicht besitzen), eine Tasse (für den Notfall), ein altes Handtuch (für den nicht-Notfall).

Der Plan: Suchen Sie den nächsten Baumarkt auf. Kaufen Sie den Entlüftungsschlüssel. Drehen Sie das Ventil am Heizkörper auf, aber sehr langsam. Halten Sie die Tasse bereit, falls das „Ocean-Waves-Erlebnis“ in einen „Springflut-Albtraum“ umschlägt. Warten Sie, bis es zischt, dann spuckt und dann … Wasser. Drehen Sie schnellstmöglich zu.

Der Haken: Jetzt ist der Druck im Keller. Rufen Sie den Fachmann an, damit er Wasser nachfüllt. Der Fachmann kommt dann im März.

B. Das Hydraulische Abgleich-Ballett

Die Theorie: Der hydraulische Abgleich ist ein komplexes Verfahren, bei dem die Wassermenge in jedem Heizkörper präzise auf den Wärmebedarf abgestimmt wird. Es ist quasi die Thermodynamik-Symphonie in Perfektion.

Die Praxis: Vergessen Sie es. Das macht nur ein Installateur. Und da dieser gerade bei Ihrem Nachbarn den Entlüftungs-Fehlversuch repariert, bleibt Ihnen nur:

Die pragmatische Lösung: Drehen Sie den Thermostat einfach auf 3. Das ist die magische Zahl, die in etwa das Gleiche bewirkt wie eine aufwendige technische Berechnung.

Nicht jeder Heizungskeller ist so modern

3. Der letzte Ausweg: Umdeutung und Akzeptanz

Wenn alle Stricke reißen und Ihre Heizung klingt, als würde ein wütender Specht eine Blechbüchse zerschlagen, dann hilft nur die psychologische Keule:

Es ist Kunst: Sie leben in einem lebendigen, atmenden (und manchmal klopfenden) Gebäude. Betrachten Sie die Geräusche als eine avantgardistische Installation, die Ihren Mietpreis rechtfertigt.

Lärm-Tarnung: Kaufen Sie einen überdimensionierten Luftbefeuchter, der so laut zischt und brummt, dass die Heizung dagegen wie ein sanftes Murmeln wirkt. Problem gelöst.

Auszug: Sie könnten natürlich umziehen. Aber seien Sie gewarnt: Die nächste Wohnung hat dann entweder eine klopfende Heizung oder Nachbarn, die nachts Klarinette spielen.

Fazit: Es wird gluckern, knacken und pfeifen. Akzeptieren Sie es. Es ist der Sound des deutschen Winters. Und denken Sie daran: Jedes Geräusch ist ein Zeichen dafür, dass Ihre Heizung zumindest noch lebt.