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Die gar erschröckliche Geschichte der ‘Unheiligen Ursula’

Veröffentlicht von Phacops am

Es geschah zu der Zeit, als noch der Fürst Angelus, der Unweise, in Markscheid herrschte und das Staatsvermögen verprasste.
Da berief er Ursula vom Laienspiel in den Großen Rat der Fürsten, in denen jedes Fürstentum einen Abgesandten berief, damit dieser die Geschickte seines Fürstentums repräsentierte.

Sie hatte schon alle möglichen Ministerämter bevölkert und gezeigt, dass die Ahnungslosigkeit und kaltschnäuzige Ignoranz der Wirklichkeit gegenüber nahezu unermesslich war. Mit ihrer unverrückbaren Frisur, Stahlwolle nicht unähnlich, wurde sie die Stählerne genannt.

Mit wehenden Bannern und einer leichten Fahne von Prosecco rückte sie in den Rat der Fürstenunion (FU) ein und hielt ihre erste Rede, die nur so vor Unsinn troff. Sie endete mit einem: “Kommt her alle Beladenen, Markscheid wird euch aufnehmen”. Tosender Beifall der anderen Vertreter folgte.

Zuerst trauen sie dem Braten nicht, doch als die Unheilige Ursula Markscheids Schatulle öffnete, um die Schulde der anderen Fürstentümer zu übernehmen, die eine großspurigen Lebensstil innehatten, waren auch sie überzeugt.

Ursulas Namen findet man heute nur noch in sehr alten Büchern. Oder auch gar nicht

Rasch flossen Markscheids Dukaten in die anderen Kassen. Deswegen wurden in Markscheid darob die Steuern und Abgaben erhöht. Vom Zehnten wurde bald auf den Neunzigsten geändert, im Alter durften die Rüstigen fleißig die alten Pfandfässer aus dem Müll klauben.

Also ging es Markscheid sehr gut, nur der Fürst wunderte sich, als er und die Minister aus dem Fenster gestürzt wurden. Es war zwar nur der erste Stock, doch zu ihrem Leidwesen landeten sie in den bereitgestellten Mistgabeln.

Die Stählerne jedoch floh in ihrer Rüstung über das Markscheider Moor und versank darin elendig. Leider kamen davon die Dukaten nicht mehr zurück.

Deswegen hieß es am Ende ihrer Herrschaft in der Fürstenunion (FU), dass das Fürstentum Markscheid sein Stalingrad erlebt hatte.